Der langjährige Leiter des Amts für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation und Sprecher der Erzdiözese Wien, Dr. Michael Prüller, ist anlässlich seines bevorstehenden Ruhestands mit der Stephanusmedaille in Gold ausgezeichnet worden. Erzbischof Josef Grünwidl überreichte Prüller die höchste diözesane Auszeichnung am Freitag bei einem Gottesdienst in der Andreaskapelle des Erzbischöflichen Palais. Dem Gottesdienst stand Kardinal Christoph Schönborn vor, Erzbischof Grünwidl konzelebrierte und hielt die Predigt. An der Feier nahmen Prüllers Familie sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teil.
Grünwidl stellte seine Predigt unter das Leitwort „Zeit zum Aufstehen“. Ausgehend vom Evangelium von den klugen und törichten Jungfrauen und vom Tagesheiligen Augustinus erinnerte der Erzbischof daran, dass christliche Wachsamkeit mehr sei als bloße Aufmerksamkeit. Das Öl in den Lampen stehe für Glaube, Hoffnung und Liebe: „Wer liebt, glaubt und hofft, der leuchtet, der geht Christus, dem Bräutigam, entgegen, der ist hellwach.“
Diese Wachsamkeit bescheinigte Grünwidl auch dem scheidenden Kommunikationschef. Prüller sei „geistig und geistlich hellwach“. In zahlreichen schwierigen und kritischen Situationen habe er Kardinal Schönborn und zuletzt auch ihn selbst klug beraten und sei der Erzdiözese zur Seite gestanden. Fünfzehn Jahre lang habe Prüller als Pressesprecher ein „sehr feines Gespür“ dafür bewiesen, wann etwas gesagt werden müsse – „oder besser auch nicht“.
Der Erzbischof erinnerte auch an den Beginn von Prüllers Tätigkeit im Mai 2011, der unmittelbar in eine Zeit erheblicher medialer Herausforderungen fiel. Wenig später veröffentlichte die Pfarrer-Initiative ihren „Aufruf zum Ungehorsam“. Auch in den folgenden Jahren habe es zahlreiche stürmische Situationen gegeben. Prüller habe, so Grünwidl, durch seine Beratung und Ruhe dazu beigetragen, die Erzdiözese sicher durch diese Situationen zu führen. Sein Dank galt ausdrücklich auch Prüllers Familie.
Prüller selbst betonte in seiner kurzen Dankesrede, dass er die Auszeichnung nicht als persönliche Ehrung allein verstehe. In der Kirche arbeite niemand als Solist, sondern immer „mit anderen, durch andere und auch stellvertretend für andere“. Die Stephanusmedaille stehe daher für ein gemeinsames Werk von Team und Familie: „Es ist unsere Stephanusmedaille, nicht meine.“
An seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewandt sagte Prüller zum Abschluss: „Es war eine Ehre und eine Freude, mit euch im Weinberg des Herrn zu arbeiten. Ich werde euch vermissen.“ Für die Zukunft wünsche er ihnen, „dass alles gut bleibt, was schon gut war, und dass alles gut wird, was vielleicht noch nicht gut ist“.
Prüller war seit Mai 2011 Leiter des Amts für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation und Sprecher der Erzdiözese Wien. Kardinal Christoph Schönborn holte ihn damals von der Tageszeitungvu „Die Presse“ in die Erzdiözese, wo Prüller zuletzt stellvertretender Chefredakteur gewesen war. Mit September 2026 tritt er in den Ruhestand.