Dienstag 8. September 2026

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Eparchie Kosice
08.09.2026

Schönborn in Košice: „Glauben heißt Vertrauen“

Kardinal Christoph Schönborn war zum Patrozinium der griechisch-katholischen Kathedrale Mariä Geburt in Košice zu Gast. 

„Glauben heißt Vertrauen.“ Diesen Gedanken stellte Kardinal Christoph Schönborn in den Mittelpunkt seiner Predigt beim Patrozinium der griechisch-katholischen Kathedrale Mariä Geburt in Košice. Der emeritierte Wiener Erzbischof war von 4. bis 7. September auf Einladung von Erzbischof Cyril Vasiľ SJ zu Gast in der Ostslowakei.

 

Schönborn nahm am Sonntag an der festlichen bischöflichen Göttlichen Liturgie teil und hielt die Predigt. Drei Gedanken wolle er den Gläubigen mitgeben, sagte der Kardinal: die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau, das Wort Elisabeths an Maria „Selig bist du, weil du geglaubt hast“ und die weltweite Verehrung der Gottesmutter. Ausgangspunkt war für Schönborn die Menschwerdung Christi. „Das ist das Herz unseres Glaubens. Gott ist Mensch geworden“, sagte er. Der Sohn Gottes sei Menschensohn geworden und dazu von einer Frau geboren worden. 

 

Breiten Raum widmete der Kardinal Maria und den rund dreißig Jahren des verborgenen Lebens Jesu in Nazareth. Maria habe eine Verheißung erhalten, „die nicht größer sein könnte“: Ihr Sohn werde groß sein und Sohn des Allerhöchsten genannt werden. Danach aber sei lange Zeit scheinbar nichts Außergewöhnliches geschehen.

„Arbeiten, schlafen, beten, kochen. Und nichts ändert sich“, beschrieb Schönborn die Jahre von Nazareth. „Es ist wie unser normales Leben. Maria hat gelebt wie wir.“

 

Gerade darin liege ihre Bedeutung für den Glauben. Auch Christen lebten aus der Verheißung, dass Christus bei ihnen sei, und machten zugleich Erfahrungen von Krankheit, Problemen in Arbeit und Familie und schließlich des Todes. Maria habe dennoch darauf vertraut, dass sich erfüllen werde, was Gott ihr zugesagt habe.

 

„Selig bist du, weil du geglaubt hast“, zitierte Schönborn das Wort Elisabeths. Maria sei deshalb „unsere Begleiterin im täglichen Leben“. Über Jahrzehnte habe sie im Glauben daran festgehalten, dass Jesus der Sohn Gottes sei. Daraus zog Schönborn seine zentrale Folgerung: „Glauben heißt Vertrauen.“ Auch die weltweite Marienverehrung erklärte der Kardinal von diesem Vertrauen her. „Warum sehen wir zu Maria? Weil sie geglaubt hat und weil wir glauben wollen.“ Maria kenne Not und Leid und zeige, „wie wir mit Jesus leben können“.

 

Schönborn erwähnte auch auch seine jahrzehntelange Verbundenheit mit den katholischen Ostkirchen erinnert. Dreißig Jahre lang war er Ordinarius für die Gläubigen der katholischen Ostkirchen in Österreich. Dabei habe er erlebt, „wie viel die Kirche in Österreich gewonnen hat durch die Gläubigen der katholischen Ostkirchen“. Auch der Gesang in der Kathedrale beeindruckte Schönborn. Er erinnerte an den heiligen Augustinus, dessen Weg zur Bekehrung durch den Glauben und den Gesang der Gläubigen in Mailand mitgeprägt worden sei. „Danke für Ihren Gesang, ich hoffe, dass er mir hilft, mich zu bekehren“, sagte der Kardinal.

 

Gebet für die Ukraine

 

Der Besuch Schönborns ging über das Patrozinium in Košice hinaus. Bereits am Samstag nahm er an der abendlichen bischöflichen Göttlichen Liturgie teil und schloss sich anschließend einer marianischen Lichterprozession durch die historische Altstadt an.

 

Am Sonntag führte die Reise weiter an die slowakisch-ukrainische Grenze. In der griechisch-katholischen Pfarre Vyšné Nemecké informierte sich Schönborn über die Hilfe für Menschen, die seit Beginn des russischen Angriffskrieges aus der Ukraine geflohen sind. Am Grenzübergang, mit Blick auf die Kuppeln der Kirchen des westukrainischen Uzhorod  betete er für die Menschen in der Ukraine und um Frieden.

Eine weitere Station war der Marienwallfahrtsort Klokočov. Erzbischof Cyril Vasiľ erläuterte Schönborn dort die Geschichte des Wallfahrtsortes und der verehrten Ikone der Gottesmutter. Am Montag traf Schönborn in Košice den römisch-katholischen Erzbischof Bernard Bober, Vorsitzender der Slowakischen Bischofskonferenz. Anschließend reiste er nach Prešov weiter, wo ihn Metropolit Jonáš Maxim, das Oberhaupt der griechisch katholischen Kirche der Slowakei empfing.

 

Dabei wurden Schönborn Reliquien der seligen griechisch-katholischen Bischöfe Pavol Peter Gojdič OSBM und Vasiľ Hopko überreicht. Beide hatten während der kommunistischen Verfolgung für ihre Treue zu Christus und zur katholischen Kirche schwer gelitten.

 

Begleitet wurde Kardinal Schönborn bei seinem Besuch von Erzpriester Yuriy Kolasa, dem Generalvikar (Protosynkellus) des Ordinartiats für die Gläubigen der katholischen Ostkirchen Österreich.