Der Heiligenkreuzer Abt Maximilian Heim hat an diesem Montag, dem Kreuzerhöhungsfest, sein Amt als Abt von Stift Heiligenkreuz - wie bereits angekündigt - zurückgelegt. Für kurze Zeit leitet damit in den kommenden Tagen der Prior von Stift Heiligenkreuz und damit Stellvertreter des Abtes, P. Johannes Paul Chavanne, die Mönchsgemeinschaft. Nun findet ein mehrtägiges Kapitel (Mönchsversammlung) statt, in dem - voraussichtlich im Laufe der Woche - die Wahl eines neuen Administrators stattfindet. Der Tag der Wahl kann derzeit noch nicht mit Sicherheit genannt werden.
Am vergangenen Sonntag - dem sogenannten Kreuzerhöhungssonntag - fand im Stift eine besondere Festmesse statt. Hauptzelebrant beim Festgottesdienst war heuer Zisterzienser-Abtpräses Pius Maurer aus dem Stift Lilienfeld. Er hielt die Festpredigt und wird auch bei der Wahl des neuen Administrators eine wichtige begleitende Rolle spielen bzw. der Wahl vorsitzen.
Abtpräses Maurer nahm die Predigt zum Ablass, Abt Maximilian Heim für sein Wirken durch all die Jahre als Abt von Heiligenkreuz und Abtpräses der Österreichischen Zisterzienserkongregation herzlich zu danken, wie das Stift auf seiner Website mitteilte.
Heim (65) stand seit 2011 an der Spitze von Stift Heiligenkreuz. Während seiner Amtszeit setzte sich der Aufschwung von Kloster und Hochschule fort. Der Konvent wuchs auf mehr als 100 Mönche. Auch die Hochschule wurde erweitert. 2016 fiel die Entscheidung zur Wiederbesiedlung des früheren Zisterzienserklosters Neuzelle in Brandenburg, 2018 wurde dort ein Priorat errichtet. Das Stift ist darüber hinaus für mehrere Niederlassungen und Pfarren verantwortlich und trägt mit dem Priesterseminar Leopoldinum zur Ausbildung von Priestern bei. Von 2016 bis 2025 war Heim auch Abtpräses der Österreichischen Zisterzienserkongregation.
Im Juni 2025 kündigte der Vatikan eine Apostolische Visitation des Stifts Heiligenkreuz an. Als Visitatoren wurden der damalige Benediktiner-Abtprimas Jeremias Schröder und die Ordensfrau Christine Rod eingesetzt.
Im April 2026 veröffentlichte das Stift schließlich eine Erklärung, in der als Folge der Visitation Anweisungen des Vatikan mitgeteilt wurden. Diese umfassen eine "optimierte Kommunikationsfähigkeit der Gemeinschaft nach innen und außen", "strategische Überlegungen zur Zukunft des Stiftes und Priorisierung der Aufgaben" sowie eine "Reflexion der theologischen und spirituellen Ausrichtung". Weiters mahnte Rom eine "Vertiefung der Heranführung junger Menschen an das monastische Leben und das Priestertum" vor, sowie "eine Schärfung von Identität und Selbstbild des Stiftes Heiligenkreuz". Im Stift seien "durch ihr rasches Wachstum große innere strukturelle Herausforderungen entstanden, bei denen der Heilige Stuhl die Abtei Heiligenkreuz durch seine Anweisungen unterstützen will".
Nach Rücksprache mit dem Ordensdikasterium in Rom wird nun kein neuer Abt für Heiligenkreuz gewählt, sondern ein Administrator für drei Jahre, "da mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten noch nie an einer Abtwahl teilgenommen hat", wie es in einer Aussendung hieß.
Der Kreuzerhöhungssonntag ist eines der Hauptfeste im Stift. Dabei spielt die Kreuzreliquie, die im Stift aufbewahrt wird, eine besondere Rolle. Nach der Messe am Sonntag fand die feierliche Prozession mit der Kreuzreliquie statt. Anschließend hatten die Gläubigen die Gelegenheit zur persönlichen Verehrung des Kreuzes.
Als Markgraf Leopold III. im Jahr 1133 das Kloster stiftete, schenkte er den Mönchen eine erste Reliquie des Kreuzes Christi. Daher nannte er die Neugründung auch "Kloster Unserer Lieben Frau zum Heiligen Kreuz", kurz Heiligenkreuz. Diese erste Reliquie wurde 1649 bei einem Einbruch in die damalige Kreuzkapelle gestohlen und ist seither verschwunden. Im Jahre 1182 brachte Herzog Leopold V. - "der Tugendhafte" - aus Jerusalem aber ein handgroßes Stück des heiligen Kreuzes mit. 1188 vermachte er diese Reliquie dem Kloster Heiligenkreuz. Diese Reliquie ist bis heute erhalten.
www.stift-heiligenkreuz.org
Quelle: kathpress