Die Geschäftsführerin der St.-Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien, Nicole Meissner, und der Obmann des Vereins "Soziale Gerichtshilfe", Christian Kuhn, sind für den Award "Österreicher:innen des Jahres" der Tageszeitung "Die Presse" nominiert. In der Kategorie "Humanitäres Engagement" stehen außerdem die Neurowissenschaftlerin und Gründerin des Magazins "Wunderwerk Leben", Sophie Imhof, die Obfrau des Vereins "Beziehungsweise Lernen", Ayse Maluhan, sowie Doris Maurer und Günter Schalko vom Verein "NachbarschaftsKultur" zur Wahl. Über die "Presse"-Website können auch Stimmen in weiteren Kategorien, darunter "Forschung", "Klimainitiative" oder "Unternehmen mit Verantwortung" vergeben werden. Die Preisverleihung findet am 22. Oktober statt.
Nicole Meissner leitet die St. Elisabeth-Stiftung, die unter dem Motto "Mama, du schaffst das!" schwangere Frauen, wohnungslose alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern und Familien in schwierigen Lebenssituationen unterstützt. Die Stiftung verbindet Beratung, Wohnangebote und Arbeitsintegration. Zum Angebot gehören unter anderem eine Familien-, Rechts- und Schwangerenberatung, psychotherapeutische Unterstützung, vier Mutter-Kind-Einrichtungen und Startwohnungen. Den (Wieder-)Einstieg in die Arbeitswelt unterstützt die Stiftung unter anderem mit einer Web- und Kreativwerkstatt, mit befristeten Anstellungen und Ausbildungen in "Mamas Café" und "Mamas Werkstatt".
Zu den jüngsten Projekten der Stiftung zählt das im Juni eröffnete Mutter-Kind-Haus Justitia Collegialität in Wien. Es ist das erste Mutter-Kind-Haus Österreichs für haftentlassene Frauen. In der Einrichtung stehen 15 Wohneinheiten für Frauen mit bis zu drei Kindern zur Verfügung. Die Bewohnerinnen werden unter anderem sozialarbeiterisch, sozialpädagogisch und psychotherapeutisch begleitet und bei der Arbeitsintegration unterstützt. Auch Frauen ohne Kinder können dort aufgenommen werden. Ziel ist es, den Frauen nach der Haft einen sicheren und selbstbestimmten Neuanfang zu ermöglichen.
Aus dem kirchlichen Bereich kommt auch der langjährige Leiter der katholischen Gefängnisseelsorge, Christian Kuhn, der u. a. in der Justizanstalt Wien-Josefstadt tätig war und seit 1992 geschäftsführender Direktor des Vereins "Soziale Gerichtshilfe" ist. Der unabhängige Verein begleitet Menschen im Strafvollzug und nach ihrer Haft und setzt nach eigenen Angaben rund 45 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen ein. Sie begleiten mehr als 300 Gefangene und Haftentlassene. Die Ehrenamtlichen werden eingeschult und regelmäßig von Fachleuten supervidiert.
Die Unterstützung reicht von Besuchen in Justizanstalten über die Begleitung bei unbewachten Ausgängen bis zur Hilfe bei der Arbeits- und Wohnungssuche. Der Verein wurde 1865 gegründet und versteht sich als unabhängig von Weltanschauungen und Konfessionen. Neben der Begleitung von Gefangenen und Haftentlassenen organisiert er auch kulturelle Projekte für Menschen im Strafvollzug.
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