Mittwoch 16. September 2026

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Symbolbild Schöpfungsverantwortung
iStock/pixbox77 / Symbolbild Schöpfungsverantwortung
16.09.2026

ORF-Gottesdienst im Zeichen von Ökumene und Schöpfungsverantwortung

Mitwirkende beim Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen am Sonntag, 20. September, sind u.a. der Wiener armenisch-apostolische Bischof und ÖRKÖ-Vorsitzende Tiran Petrosyan, der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl und die lutherische Bischöfin Cornelia Richter. Übertragung in ORF III und den ORF-Regionalradios.

Unter dem Titel "Was ist der Mensch?" steht am kommenden Sonntag der offizielle Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) zur christlichen Schöpfungszeit. Die Feier wird live ab 10 Uhr auf ORF III und in den Regionalradios aus der methodistischen Kirche in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus (Sechshauser Straße 56) übertragen. Mitwirkende sind u. a. der Wiener armenisch-apostolische Bischof und ÖRKÖ-Vorsitzende Tiran Petrosyan, der katholische Wiener Erzbischof Josef Grünwidl und die lutherische Bischöfin Cornelia Richter.


Als Predigt-Grundlage zur Frage "Was ist der Mensch?" dient das Gleichnis vom "Verlorenen Sohn" bzw. "Barmherzigen Vater". Dieser bekannten Geschichte aus dem Lukasevangelium widmen sich Petrosyan, Richter und Grünwidl in kurzen Impulsen und schlagen dabei eine Brücke von der Bibel hin zur Schöpfungsverantwortung und Ökumene heute. Im Hinblick auf den Menschen als Teil der Schöpfung taucht auch die pointierte Frage auf, ob der Mensch die "Krone" oder die "Dornenkrone" der Schöpfung ist. Für die TV-Zuseher gibt es ein Novum: Die Künstlerin Ksenia Lytvynenka wird live zur Erzählung des biblischen Textes diesen in Zeichnungen verarbeiten.


Mitwirkende am Gottesdienst sind auch der methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs, der reformierte Pfarrer Thomas Hennefeld, der orthodoxe Pfarrer Cezar Marksteiner-Ungureanu, Hirte Walter Hessler von der Neuapostolischen Kirche, der altkatholische Pfarrer Hannes Dämon, Majorin Heidi Oppliger von der Heilsarmee und die methodistische Pastorin Antje Klein. Auch die internationale englischsprachige methodistische Gemeinde ist am Gottesdienst beteiligt.


Die musikalische Begleitung liegt bei den Schülern und Lehrenden des Diözesankonservatoriums der Erzdiözese Wien sowie der "CCM Band" unter der Gesamtleitung von Michal Kucharko.


Interreligiöse Feier in Wien

Ein weiterer Gottesdienst, zu dem der ÖRKÖ gemeinsam mit Religions for Future Vienna, dem Umweltbüro der Erzdiözese Wien, Fridays For Future Austria und den Ordensgemeinschaften Österreich in Kooperation mit dem Erasmus+-Projekt "Religion4Ecology" der KPH Wien/Niederösterreich einlädt, findet am 24. September um 18 Uhr in der Wiener Franziskanerkirche statt. Dieser Gottesdienst, der auch einen starken interreligiösen Aspekt hat, steht ganz im Zeichen des 800-Jahr-Jubiläums des Todes des hl. Franz von Assisi. Das Motto lautet "Ehrfurcht vor allem Lebendigen".


Dem Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) gehören 18 Kirchen an: die Altkatholische Kirche, Anglikanische Kirche, Armenisch-apostolische Kirche, Bulgarisch-Orthodoxe Kirche, Evangelische Kirche A.B., Evangelische Kirche H.B., Evangelisch-methodistische Kirche, Griechisch-Orthodoxe Kirche, Koptisch-Orthodoxe Kirche, Römisch-Katholische Kirche, Rumänisch-Orthodoxe Kirche, Russisch-Orthodoxe Kirche, Serbisch-Orthodoxe Kirche und Syrisch-Orthodoxe Kirche. Die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche, der Bund der Baptistengemeinden, die Indisch-orthodoxe Kirche und die Neuapostolische Kirche sind "Mitglieder mit beratender Stimme". Weitere Institutionen bzw. Organisationen besitzen Beobachterstatus. 


Schöpfungszeit bis 4. Oktober

Seit 2015 ist der ökumenisch begangene "Schöpfungstag" am 1. September offiziell als "Weltgebetstag für die Schöpfung" im katholischen Kalender eingetragen. Bereits 1989 hatte der damalige Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Dimitrios I., "die ganze orthodoxe und christliche Welt" eingeladen, am 1. September "zum Schöpfer der Welt zu beten: mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und für ihre Erlösung". Diese Initiative wurde 1992 von der gesamten orthodoxen Kirche begrüßt und übernommen, katholische und evangelische Ortskirchen folgten.


2007 weitete die dritte Europäische Ökumenische Versammlung in Sibiu/Hermannstadt (Rumänien) dies aus und empfahl, "dass der Zeitraum zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober dem Gebet für den Schutz der Schöpfung und der Förderung eines nachhaltigen Lebensstils gewidmet wird, um den Klimawandel aufzuhalten".


Als besondere kirchliche Mahner für mehr Schöpfungsverantwortung gelten Papst Franziskus und Patriarch Bartholomaios I., der Nachfolger von Dimitrios auf dem Patriarchensitz in Konstantinopel. Nicht zufällig hat Franziskus in seiner Enzyklika "Laudato si" den "grünen Patriarchen" als Vorbild hervorgehoben.


Papst Leo XIV. hat in seiner jüngsten Botschaft zur Schöpfungszeit die soziale und ökologische Zerstörung durch bewaffnete Konflikte angeprangert. Krieg hinterlasse Wunden, die weit über das Schlachtfeld hinausreichen, schreibt Leo XIV. in seiner Botschaft zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am 1. September. Das Zusammenspiel von bewaffneten Konflikten und Umweltzerstörung führe oft zu einem Teufelskreis, der Ökosysteme zerstöre, lebenswichtige Ressourcen wie Luft und Wasser verschmutze und die Lebensmittelversorgung gefährde, so der Papst: "Dies verschlimmert Armut, Ungleichheit und neue soziale Spannungen, die zur Entstehung weiterer Konflikte beitragen können."


Infos zur Schöpfungszeit:

 

www.katholisch.at/schoepfungszeit

www.schoepfung.at

www.oekumene.at

https://argeschoepfung.at

 

Quelle: kathpress