Seit mehr 40 Jahren unterhält die Erzdiözese Wien ein Studienförderungsprogramm für Priester aus Afrika, Asien und Lateinamerika, das von der St.-Lorenzo-Ruiz-Stiftung (vormals Rektorat ARGE AAG) betreut wird. Mehrere Hundert Priester aus den Ländern des Globalen Südens hatten so Gelegenheit, an der Universität Wien ihre theologische Ausbildung zu vertiefen und einen Magister-, Master- oder Doktortitel zu erwerben. Nach ihrer Rückkehr würden ihnen meist verantwortungsvolle Schlüsselpositionen in ihren Heimatdiözesen übertragen, beispielsweise in der Priesterausbildung, in der Diözesanverwaltung oder auch als Bischöfe, teilte die Stiftung am Mittwoch in einer Aussendung mit.
Zwei dieser Stipendiaten, die sich von ihrem Studienaufenthalt in Wien kennen, wurden in diesem Jahr zu Bischöfen geweiht: Yohanes Hans Monteiro aus Indonesien und Cyril Buhayan Villareal von den Philippinen. Sie trafen sich jüngst beim Kurs für neue Bischöfe in Rom wieder, an dem auch der neue Wiener Erzbischof Josef Grünwidl teilnahm. Nun halten sich die beiden Bischöfe in Wien auf, um die Stiftung und ihre ehemaligen Pfarren und Kollegen zu besuchen.
Bischof Yohanes Hans Monteiro (geb. 1971) stammt aus der Diözese Larantuka im Osten der überwiegend christlichen Insel Flores (Indonesien). Von 2005 bis 2018 war er Stipendiat im Studienprogramm der Erzdiözese Wien. Er wirkte in den Pfarren Donaustadt und Bad Deutsch-Altenburg, von 2010 bis 2015 war er außerdem Seelsorger der Indonesischen Gemeinde in Wien. 2018 kehrte er nach Abschluss seines Doktorats nach Indonesien zurück. Im Februar 2026 wurde er zum Bischof seiner Heimatdiözese Larantuka geweiht.
Bischof Cyril Buhayan Villareal (geb. 1974) stammt aus der Erzdiözese Capiz in der zentralen Inselregion Visayas auf den Philippinen. Er kam 2005 nach Wien, wo er neben seinem Studium in Moraltheologie als Aushilfsseelsorger der Philippinischen Gemeinde in der damaligen Pfarre Maria vom Berge Karmel (Wien 10) tätig war. 2012 beendete er sein Studium mit dem Magistertitel und kehrte in seine Heimatdiözese zurück, wo er mehrere Leitungsfunktionen innehatte, u. a. als Generalvikar und zuletzt als Diözesanadministrator. Im Jänner 2026 wurde er zum Bischof der Nachbardiözese Kalibo ernannt und im April zum Bischof geweiht.
Bischof Villareal wird am Samstag (19. September) mit der Philippinischen Gemeinde die traditionelle Flusswallfahrt auf der Donau "zu Ehren Unserer Lieben Frau von Peñafrancia" feiern. Die Verehrung der Gottesmutter Maria spielt auf den Philippinen eine wichtige Rolle. Fast jede Inselgruppe hat ihre eigenen Feste, die mit großem Aufwand begangen werden.
Eine der wichtigsten Feiern stammt ursprünglich aus der Region Bicol im Südosten der Hauptinsel Luzon: Unsere Liebe Frau von Peñafrancia. Der Name geht auf einen spanischen Pilgerort aus dem 15. Jahrhundert zurück. 1710 gelangte die Tradition auf die Philippinen und fand aufgrund eines Heilungswunders dort rasche Verbreitung. Seit dem 19. Jahrhundert wird das Fest am dritten Septemberwochenende in Form einer großen Flusswallfahrt begangen, bei der das Bild der Gottesmutter auf einem festlich geschmückten Schiff unter dem Jubel zehntausender Gläubiger von der Basilika in Naga City flussaufwärts zum ursprünglichen Schrein gebracht wird. Dabei wird um den Segen Marias vor Naturkatastrophen und anderem Unheil gebetet.
Auch im Ausland wird das Fest von philippinischen Auswanderern mit großer Anteilnahme gefeiert, in Wien seit 2003 mit einer Schiffswallfahrt auf der Donau, an der jedes Jahr 300 bis 400 Personen teilnehmen.