Donnerstag 17. September 2026

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iStock/Miljan Zivkovic, Miljan Živković / Lehrerin
17.09.2026

KPH: Hochschullehrgang bereitet auf religiöse Vielfalt an Schulen vor

Quereinsteiger:innen lernen gemeinsam über Konfessions- und Religionsgrenzen hinweg.

Auf einen weiter steigenden Bedarf an Religionslehrerinnen und -lehrern hat die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Niederösterreich (KPH) hingewiesen. Der Bedarf sei in allen Konfessionen und Religionen stark gestiegen - nicht zuletzt, weil auch die religiöse Vielfalt an den Schulen größer geworden sei. Seitens der KPH begegne man dem u.a. mit einem eigenen Lehrgang, der auf diese Situation vorbereite, erklärte der KPH-Religionspädagoge, Prof. Daniel Seper, im Gespräch mit Kathpress.


Der "Interreligiöser Hochschullehrgang" sei eine Art "Versuchslabor" für interreligiöse Zusammenarbeit, so Seper. In ihm würden Studierende aus katholischer, evangelischer, orthodoxer Kirche sowie aus der alevitischen, buddhistischen, jüdischen und islamischen Religionsgemeinschaft erproben, wie Begegnung und Zusammenarbeit über religiöse und konfessionelle Grenzen hinweg gelingen können.


In den verschiedenen Modulen des 2022 entwickelten viersemestrigen Lehrgangs im Ausmaß von 120 ECTS-Punkten sollen die Studierenden laut Studienprogramm für ihre Tätigkeit "einen systematischen und reflektierten Zugang zur eigenen Religion bzw. Konfession" entwickeln. Gleichzeitig soll über die eigene Glaubensgemeinschaft hinaus die interkonfessionelle und interreligiöse Zusammenarbeit in der Schule angeregt werden.


Zielgruppe sind Quereinsteiger mit Hochschulstudium

Der Hochschullehrgang richtet sich an Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, die bereits ein Hochschulstudium abgeschlossen haben und sich berufsbegleitend für den Religionsunterricht in der Primarstufe qualifizieren wollen. "Das Besondere daran ist, dass Personen aus ganz unterschiedlichen Bereichen und Fächern zusammenkommen", sagte Seper. Gerade diese unterschiedlichen beruflichen und persönlichen Erfahrungen seien eine Bereicherung für den gemeinsamen Austausch, von dem auch die Schülerinnen und Schüler später profitierten.


Ein Hauptschwerpunkt neben der Vermittlung fachwissenschaftlicher und -didaktischer Kompetenzen sei es, die künftigen Lehrpersonen darauf vorzubereiten, mit der religiösen Vielfalt in den Schulen kompetent umzugehen und Berührungsängste abzubauen, erklärte Seper. "Studierende sollen die religiöse Vielfalt in der Bildungslandschaft nicht als Gefahr oder nur als Herausforderung sehen, sondern als Chance dafür, gemeinsam Schulkultur zu gestalten", so Seper. Das bedeute, auf Religionslehrerinnen und -lehrer aus anderen Religionen oder Konfessionen zuzugehen und auch gemeinsam multireligiöse Feiern zu gestalten, bei denen auch Kindern ohne religiöses Bekenntnis, die als Gruppe stark zunehmen, ein adäquates Angebot gemacht wird.


Anmeldungen für das Sommersemester 2027 sind über Kontaktaufnahme mit dem Institut Christliche Religion unter icr@kphvie.ac.at möglich.

 

Infos: https://kphvie.ac.at/institute/zentrum-fuer-weiterbildung/hochschullehrgaenge-im-ueberblick.html

 

Quelle: kathpress