Freitag 18. September 2026

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Ruprechtskirche in Vienna, Austria and  green Grass on the wall at summer
iStock/tomdawayhet / Ruprechtskirche in Vienna, Austria and green Grass on the wall at summer
18.09.2026

40 Jahre Gemeinde St. Ruprecht

Die älteste Kirche Wiens feiert Gemeindejubiläum, mit einem  Ruprechtsfest am 26. September und vier Symposien unter Leitthema "Liturgie 3.0 - Glauben feiern im 21. Jahrhundert".

Vor 40 Jahren entstand in der ältesten Kirche Wiens die Gemeinde St. Ruprecht. 1986 gegründet von Studierenden und jungen Familien gemeinsam mit dem damaligen Kirchenrektor Joop Roeland (1931-2010) habe nach der Ernennung Hans Hermann Groërs (1919 -2003) zum Wiener Erzbischof einen Ort für liturgische Kreativität, Freiheit und Dialog gründen wollen, erinnert die Gemeinde in einer Aussendung an die Gründungsintention. Die Ruprechtskirche nahe des Wiener "Bermudadreiecks" gilt als die älteste erhaltene Kirche in Österreich und wurde um das Jahr 740 errichtet. Als Kirchenrektor fungiert aktuell P. Alois Riedlsperger.


Zum Auftakt des Jubiläumsjahres lädt St. Ruprecht am 26. September zum Ruprechtsfest. Nach Musik und Tanz auf dem Ruprechtsplatz beginnt um 17 Uhr ein Festgottesdienst mit dem Abt des Stiftes Seitenstetten, Petrus Pilsinger. Vorgesehen ist zudem eine Kunstintervention in der Kirche. Ab 18.30 Uhr folgt ein Fest auf dem Ruprechtsplatz. Dabei wird auch die Komposition "Farbfenster" von Mariela Riedl-Friedrich für das Ruprechtsorchester aufgeführt.


Seit 1986 feiert die Gemeinde im ersten Wiener Gemeindebezirk samstags, an Feiertagen und zu den kirchlichen Hochfesten Liturgien. Bis heute trifft sich der Liturgiekreis wöchentlich, so die Gemeinde. Die Gemeinde St. Ruprecht sei in ihrer Gründungszeit und in Folge konservativer Bischofsernennungen "für viele, die diese Entwicklungen nicht mittragen wollten, zu einer Zufluchtsstätte" geworden. Und weiter: "Nicht aus dem Bedürfnis heraus, Fundamentalopposition zu betreiben, sondern aus der Überzeugung, mit (liturgischer) Kreativität und Freiheit einen Ort für Suchende und Zweifelnde im Glauben zu schaffen. Diesen Ort gibt es bis heute", hieß es.


Im Jubiläumsjahr sind vier Symposien unter dem Titel "Liturgie 3.0 - Glauben feiern im 21. Jahrhundert" geplant. Den Auftakt bildet am 17. Oktober eine Veranstaltung zu "Liturgie und Theologie" mit dem Liturgiewissenschaftler Clemens Leonhard von der Universität Münster. Weitere Symposien zu Kunst, Sprache und Musik folgen 2027.


Geprägt ist das Leben der Ruprechtskirche zudem von der direkten Nachbarschaft zur jüdischen Synagoge und zum Morzinplatz, wo sich während der NS-Diktatur das Hauptquartier der Gestapo befunden hatte. So veranstaltet die Gemeinde der Ruprechtskirche jährlich ein Gedenken an die "Reichskristallnacht" bzw. Novemberpogrome 1938. Damit wolle man "das Gedenken an die Juden und alle übrigen Opfer wachhalten, die in der Zeit des Nationalsozialismus erniedrigt und ermordet wurden". Auch die von der 1995 verstorbenen Künstlerin Lydia Roppolt gestalteten neuen Glasfenster der Kirche haben die Besinnung auf die jüdischen Wurzeln des Christentums zum Thema.

 

www.ruprechtskirche.at

 

Quelle: kathpress