Sonntag 20. September 2026

Schnellsuche auf der Website

Josef Schubert
20.09.2026

Wiener Priesterkandidat Florian Pichler in Rom zum Diakon geweiht

Kardinal Jean-Claude Hollerich spendete am 19. September in Santa Maria dell’Anima Dr. Florain Pichler aus dem Wiener Priesterseminar die Diakonenweihe. Der Theologe und Jurist setzt sein Studium beider Rechte an der Päpstlichen Lateranuniversität fort.

Der Wiener Priesterkandidat Florian Pichler hat am Samstagabend, 19. September, in der Kirche Santa Maria dell’Anima in Rom die Diakonenweihe empfangen. Spender der Weihe war Kardinal Jean-Claude Hollerich SJ, Erzbischof von Luxemburg. Mit Hollerich ist Pichler seit seinem Auslandsjahr in Luxemburg persönlich verbunden. Die Liturgie wurde in deutscher und italienischer Sprache gefeiert. Aus Wien waren neben Regens Dr. Richard Tatzreiter und Subregens Mag. Markus Muth auch Dompropst Ernst Pucher sowie Pichlers Jahrgangskollege Constantin Mucha angereist.

Santa Maria dell’Anima liegt in der Altstadt, wenige Schritte von der Piazza Navona entfernt. Die Kirche ist seit Jahrhunderten die Nationalkirche der deutschsprachigen Katholikinnen und Katholiken in Rom und hat für Österreich eine besondere Bedeutung.

Bereits am Vorabend der Weihe stand Dompropst Ernst Pucher einer Vesper in Santa Maria dell’Anima vor. Regens Dr. Richard Tatzreiter legte in seiner Predigt die Einsetzung der Sieben in der Apostelgeschichte aus: Diakonischer Dienst beginne mit dem Blick für jene, die übersehen werden. Er verlange geistliche Unterscheidung und Weisheit und führe aus der Eucharistie in die Welt. Der Diakon stehe so an der Nahtstelle von Altar und Alltag, von Sammlung und Sendung.

Das Diakonat ist die erste der drei Stufen des Weihesakraments. Es ist keine bloße Vorstufe oder Probezeit: Der Diakon wird dauerhaft zum Dienst an Wort, Liturgie und Nächstenliebe bestellt. Pichler empfängt die Weihe auf dem Weg zum Presbyterat und damit zur Priesterweihe. Ständige Diakone empfangen dieselbe sakramentale Weihe, bleiben aber im Diakonat und sind nicht auf eine spätere Priesterweihe ausgerichtet.

 

Graz- Wien- Rom


Pichler stammt aus Graz und studierte Katholische Theologie sowie Rechtswissenschaften in Wien. 2023 promovierte er zum Dr. theol. Seine Dissertation befasste sich mit dem Thema der Geistlichen Amtsverschwiegenheit und dem Beichtgeheimnis im kanonischen Recht sowie im österreichischen und deutschen Religionsrecht. Zuvor war Pichler Universitätsassistent am Institut für Kirchenrecht und Religionsrecht der Universität Wien bei Univ.-Prof. DDr. Andreas Kowatsch.

Seit Herbst 2024 lebt er in Rom und studiert an der Päpstlichen Lateranuniversität das Lizenzstudium beider Rechte, also Kirchenrecht und Zivilrecht. Er wohnt im Almo Collegio Capranica, dem ältesten Priesterkolleg Roms. Es wurde 1457 von Kardinal Domenico Capranica gegründet, mehr als ein Jahrhundert vor den tridentinischen Seminarbestimmungen, und liegt an der Piazza Capranica im Rione Colonna, zwischen Pantheon und Trevi-Brunnen. Pichler ist nach mehr als hundert Jahren wieder der erste österreichische Seminarist, der dort seine Ausbildung erhält.

Während seiner Wiener Studienzeit war Pichler in den Pfarren Hernals-Kalvarienberg und Emmaus am Wienerberg engagiert. Auch in Rom bleibt die pastorale Praxis Teil seiner Ausbildung. Seine Bezugspfarre ist Santa Maria delle Grazie al Trionfale im nordwestlich des Vatikans gelegenen Stadtteil Quartiere Trionfale. Die 1941 errichtete Pfarrkirche steht an der Piazza Santa Maria delle Grazie und bewahrt unter anderem eine byzantinische Marienikone aus der abgetragenen Kirche Santa Maria delle Grazie a Porta Angelica. Als Alumne des Capranica wirkt Pichler darüber hinaus regelmäßig an Liturgien in Santa Maria Maggiore mit.

Mit der Diakonenweihe beginnt für Pichler die letzte unmittelbare Vorbereitungszeit auf die Priesterweihe. Zunächst wird er sein Studium in Rom fortsetzen.