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Stephansdom
iStock/saiko3p / Stephansdom
21.09.2026

Feiern zum "Sonntag der Völker" und "Welttag der Migranten"

Der "Sonntag der Völker" fällt heuer auf den 27. September und damit mit dem 112. Welttag der Migranten und Flüchtlinge zusammen.

Am Sonntag, 27. September, sind in Österreich die katholischen Gottesdienste bunter, mehrsprachiger und mit mehr Musik aus aller Welt begleitet als sonst: Die Kirche feiert den "Sonntag der Völker", der heuer mit dem 112. Welttag der Migranten und Flüchtlinge zusammenfällt. In den Domkirchen und vielen Pfarren werden die Sonntagsmessen unter Beteiligung anderssprachiger Gemeinden gefeiert, mit Chören und Solisten aus verschiedenen Ländern, Gläubigen in traditionellen Trachten und Agapen mit internationalen Spezialitäten und Kulturdarbietungen, bei denen festliche Begegnung über kulturelle Grenzen hinweg ermöglicht werden soll.


Das Motto des Welttags ist von Papst Leo XIV. vorgegeben und lautet "Auch nur eines dieser Kinder". Der Titel greift ein Wort Jesu aus dem Matthäusevangelium auf: "Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf" (Mt 18,5). Im Zentrum stehen besonders Kinder und Jugendliche, die von Flucht und Migration betroffen sind.


Angesichts von Aufnahmestopps und Abschiebequoten unterstrich Alexander Kraljic, Nationaldirektor der katholischen anderssprachigen Seelsorge in Österreich, die bleibende Würde jedes einzelnen Menschen unabhängig von Herkunft oder Aufenthaltsstatus. Christinnen und Christen dürften sich nicht damit abfinden, "wenn die Würde der Kleinsten und Schwächsten in der Gesellschaft bedroht ist, sei es durch Haltungen, Strukturen oder Gesetze", so Kraljic. Der Sonntag der Völker solle daran erinnern, "dass Migrantinnen und Migranten nicht nur längst Teil unserer Gesellschaft geworden sind, sondern dass wir die kulturelle Vielfalt geradezu als Kennzeichen der Katholizität in uns tragen".


Zu mehr Sensibilität für andere Nationen, Völker und Sprachen in Kirche und Gesellschaft hat auch der Wiener Weihbischof Franz Scharl aufgerufen, der in der Österreichischen Bischofskonferenz für die anderssprachige Seelsorge zuständig ist. "Die Kirche setzt sich aus vielen Völkern zusammen, und alle sollen in der Kirche Platz haben und sich willkommen fühlen." Der jährliche "Sonntag der Völker" solle dafür das Bewusstsein stärken und dazu beitragen, dass dies auch Wirklichkeit werde. "Ich lade ein, in den Domkirchen und auch in den Pfarrgemeinden die Angehörigen verschiedener Völker zu entdecken und auch wertzuschätzen. Dies mehrt die Freude über die Vielfalt im Leib Christi, den wir als Kirche abbilden sollen", so der Bischof.


Zwei Feiertermine in Wien

Weihbischof Franz Scharl feiert in Wiener Stephansdom am Sonntag um 10.15 Uhr einen Festgottesdienst, der von den europäischen anderssprachigen Gemeinden mitgestaltet wird. Beteiligt sind unter anderem die Gemeinden aus Rumänien, der Slowakei, Spanien, Polen, Albanien, Slowenien, Kroatien, Ungarn und Italien. Sie gestalten Lesungen, Fürbitten und Gesänge; bei der Gabenprozession bringen Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden Gaben aus ihren Herkunftsländern zum Altar. Das Vaterunser wird in den jeweiligen Muttersprachen gebetet. Im Anschluss an den Gottesdienst findet eine internationale Agape im Hof des Erzbischöflichen Palais statt.


Die nichteuropäischen anderssprachigen Gemeinden feiern in Wien traditionell erst zu einem späteren Termin, dem "Weltmissionssonntag". Ebenfalls von Bischof Scharl geleitet, findet dieser am 10. Oktober um 10.15 Uhr ebenfalls im Stephansdom statt.

 

Quelle: kathpress