Die Kirche wurde 1876 als erste Pfarrkirche Favoritens geweiht und ist bis heute ein geistliches und gesellschaftliches Zentrum im Herzen des 10. Wiener Gemeindebezirks. Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums lädt die Pfarre gemeinsam mit der Kategorialen Seelsorge am Samstag, 3. Oktober 2026, von 14 bis 18 Uhr zu einem Fest der Begegnung auf den Kirchenvorplatz (Keplerplatz, 1100 Wien) ein. Die Kategoriale Seelsorge der Erzdiözese Wien gibt an einem Stand Einblicke in ihre vielfältigen Aufgabenbereiche wie die Telefonseelsorge, die Katholische Hochschulgemeinde oder die Seelsorge für Menschen mit Behinderung. Am Stand erhalten Besucherinnen und Besucher zudem Infos zu (Beratungs-)Angeboten für Alleinerziehende, Familien und Eheleute.
Unter dem Motto „Frag einen Bischof – frag einen Imam“ stehen um 15:30 Uhr der katholische Weihbischof Franz Scharl und der muslimische Imam Ramazan Demir für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Um 15:00 Uhr werden anlässlich des bevorstehenden Welttierschutztages Tiere und Kuscheltiere gesegnet, Führungen durch die Kirche bietet die Pfarre sowohl für Kinder (14:30 Uhr) als auch für Erwachsene (16:30 Uhr) an. Musikalisch wird das Fest vom interreligiösen Kinderchor Superar (14:10 Uhr), der Musikgruppe Smile (15:15 Uhr), dem Chor der Philippinischen Gottesdienstgemeinde (16:15 Uhr) und einem Orgelkonzert von Elisabeth Schuhmann in der Kirche (17:10 Uhr) umrahmt.
Am darauffolgenden Sonntag, 4. Oktober, feiert Erzbischof Josef Grünwidl mit der Gemeinde um 09.30 Uhr den Festgottesdienst mit anschließender Agape im Festsaal des Bezirksamtes.
Die Geschichte der Kirche ist eng mit der Entwicklung Favoritens verbunden. In den Jahren der Industrialisierung kamen zahlreiche Arbeiterfamilien – besonders die sogenannten „Ziegelböhm“ – nach Wien, um in den Fabriken und Ziegeleien Arbeit zu finden. Unter oft schwierigen sozialen Bedingungen entstand rund um den Keplerplatz eine neue Heimat für Menschen unterschiedlichster Herkunft. Durch ihren Einsatz wurde auch der Bau der Kirche nach Plänen des Architekten Hermann Bergmann ermöglicht.
Bis heute ist Favoriten ein Bezirk der Vielfalt: Migration, unterschiedliche kulturelle Prägungen und soziale Herausforderungen bestimmen das Leben vieler Menschen. Die Pfarre versteht sich daher bewusst als Ort der Begegnung, des Glaubens und des Miteinanders. Besonders die Arbeit der Caritas, das Engagement vieler Ehrenamtlicher sowie der interreligiöse Dialog prägen das Gemeindeleben. Ein sichtbares Zeichen dieses Miteinanders zeigte sich zuletzt nach einer Sachbeschädigung der Kirche Ende 2025: Mitglieder verschiedener Religionsgemeinschaften, Vertreterinnen und Vertreter der Bezirksvorstehung und zahlreiche Freiwillige arbeiteten gemeinsam an der Reinigung und Erneuerung der Kirchenfassade – ein starkes Zeichen für Solidarität und gegenseitigen Respekt in Favoriten.
Seit 2015 bilden St. Johann Evangelist, die Gemeinde Heilige Familie am Puchsbaumplatz und die Gemeinde Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit in der Alxingergasse gemeinsam die Pfarre Zum Göttlichen Wort.