Freitag 25. September 2026

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Wien bei Nacht
iStock/agustavop / Wien bei Nacht
25.09.2026

Lange Nacht der Museen öffnet Türen zu kirchlichen Schätzen am 3. Oktober

Vielfältiges Programm in Kirchen, Klöstern und kirchlichen Ausstellungsräumen in den Abendstunden des 3. Oktobers 2026.

Von exklusiven Einblicken in eine altehrwürdige Benediktinerabtei in Oberösterreich über lebensgroße Bronzefiguren in Tirol bis hin zu einzigartigen Panoramaaussichten in Klagenfurt: Wie jedes Jahr lädt die "Lange Nacht der Museen" am 3. Oktober von 18 bis 24 Uhr zu einem vielfältigen Abendprogramm, und auch diesmal beteiligen sich religiöse Einrichtungen. Insgesamt knapp 650 Museen und Galerien öffnen im Rahmen der 26. Auflage der österreichweiten Aktion ihre Pforten, gut zwei Dutzend davon sind Einrichtungen aus dem kirchlichen Bereich.


Zur Teilnahme muss ein reguläres Ticket um 19 Euro oder zum ermäßigten Tarif um 16 Euro erworben werden, Kinder bis zwölf haben freien Eintritt. Der Vorverkauf läuft noch bis 27. September. Am Veranstaltungstag bekommt man Tickets zusätzlich am sogenannten "Treffpunkt Museum", der in den Landeshauptstädten (für Vorarlberg: Dornbirn) sowie in Krems eingerichtet wird. Sie gelten auch als Eintrittskarte für alle teilnehmenden Museen, als Fahrscheine für speziell eingerichtete Busrouten zu den Hauptmuseen sowie in Wien auch zur Nutzung des öffentlichen Verkehrs.


Wien: Dommuseum und Schatzkammer

Einer der Publikumsmagneten dürfte auch heuer wieder das Wiener Dommuseum gleich hinter dem Stephansdom werden. Besucher erwartet jeweils um 18:30, 19:30 und 20:30 Uhr eine Führung durch die neue Ausstellung "Tierisch Menschlich", die am Tag davor eröffnet wird. Eintrittskarten dazu werden ab 18 Uhr an der Kassa nach dem Prinzip "first come, first served" vergeben, hieß es im Vorfeld. Nur wenige Schritte entfernt öffnet der Deutsche Orden seine Schatzkammer. Kurzführungen geben einen Einblick in die Schätze aus der über 800-jährigen Ordensgeschichte.


Zudem lockt bei der Wiener Schottenkirche das Museum im Schottenstift mit zwei begleiteten Touren durch die Museumsräumlichkeiten. Ein Highlight ist dabei die Besichtigung der Stiftbibliothek, zu denen Besucher sonst meist keinen Zutritt haben; sie zählt zu den schönsten Bücherräumen Europas. Weiters lockt in Wien auch das Bibelzentrum mit einem vielfältigen Programm. Neben Mitmachstationen für Jung und Alt werden Rundgänge in Deutsch und Englisch, biblische Lesungen sowie eine Umrahmung mit Jazzmusik angeboten, ergänzt durch biblisch inspirierte Kulinarik.


Südlich von Wien öffnet in Laxenburg die Pfarrkirche ihre Pforten. In dem barocken Meisterwerk gibt es um 19 Uhr eine Kirchenführung mit Orgelmusik.


St. Pölten: Farbwandel und altes Benediktinerstift

Auch in St. Pölten lockt das Museum am Dom, in dem außer die Jahresschau "Schicht um Schicht. Spätgotische Kunst im Farbwandel" auch die Dauerausstellung und der ehemalige Luftschutzkeller zu sehen sind. Abgerundet wird der Abend mit einem Andachtsimpuls zum Thema "Mittelalterliche Madonnen spirituell erleben" von Generalvikar Christoph Weiss.


Tiefgehende spirituelle Erfahrungen verspricht in der "Langen Nacht der Museen" das 900 Jahre alte Benediktinerstift Göttweig in der Nähe von Krems. Die Mönche lassen die Besucher am Vespergebet und an der Virgilfeier teilnehmen, wobei das Lange-Nacht-Ticket auch für die Busfahrt ab Krems aus gilt.


Führung durch Eisenstadts Bergkirche

In Eisenstadt lädt die Bergkirche ihre Besucher zu einem Blick auf das Haydn-Mausoleum, den Kalvarienberg und die Gnadenkapelle, auf Sammlungsteile des Diözesanmuseums, die hier seit 2024 beheimatet sind, sowie in die Schatzkammer mit ihren wertvollen liturgischen Geräten, Paramenten, Marienkleidern und Votivbildern. Eine Führung gibt es um 19 Uhr, zudem sind auch Besucher mit eingeschränkter Mobilität ausdrücklich willkommen.


Steiermark: Heilige Helfer und Protestanten

Auch in der Steiermark gibt es für nächtliche Museumsbesucher ein kirchliches Programm, wahlweise katholisch oder evangelisch. Zum einen ermöglicht das katholische Diözesanmuseum in Graz Zugang zu den Sonderausstellungen "Heilige Alltagshelfer" und "Ein Herz und eine Seele". Zum anderen empfängt auch das evangelische Diözesanmuseum im südsteirischen Bad Radkersburg seine Besucher mit einem Einblick in die wechselhafte Geschichte der steirischen Protestanten.


Im Grazer KULTUM zeigt "Gott hat kein Museum" rund 200 Werke zur Verbindung von Religion und zeitgenössischer Kunst, gegliedert in Themenfelder wie Stille und Gewalt, Wissen und Glauben oder Fundamentalismus und Politik. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Bilderzyklus "Tohuwabohu. Chaos" des Architekten und Malers Eilfried Huth zum Alten Testament. Führungen, ein Kreativworkshop für Kinder und weitere Einblicke in die Ausstellung ergänzen das Programm der "Langen Nacht".


Turmsteigen in Klagenfurt

Hoch hinaus geht es in der "Langen Nacht der Museen" in der Klagenfurter Stadtpfarrkirche St. Egid. Mit einer Aussichtsplattform in über vierzig Meter Höhe bietet sich ein besonderes Panorama über den Wörthersee und die Altstadt. Zusätzlich erzählt die aktuelle Türmerin über ihren Alltag und Tape-Artist Valentin Alfery aka "Tapetypo" gestaltet live vor Ort ein großflächiges Wandbild am Turm.


Oberösterreichs Stifte erleben

In Oberösterreich dominieren kirchlicherseits die Ordensgemeinschaften die "Lange Nacht der Museen". Das Museum im Benediktinerstift Lambach gibt Einblicke in die Klostergeschichte in die einzigartigen romanischen Fresken und barocken Prunkräumen, mit Führungen um 18 und 22 Uhr. Führungen bieten auch die Augustiner-Chorherren in Stift St. Florian, unter anderem in die Stiftsbasilika, die Marienkapelle und den Stiftinnenhof. Zusätzlich werden ausgewählte Darstellungen des Heiligen Augustinus als spirituelle Impulse gezeigt und erklärt. Im Benediktinerstift Kremsmünster erkunden Besucher im angrenzenden Naturhistorischen Museum die historische Sternwarte. Außerdem lockt eine Ausstellung mit originalen Werkzeugen von Johannes Kepler, historischen Ferngläsern und einer Globensammlung.


Salzburg: Franziskus, Bibelpflanzen und Stille Nacht

In der UNESCO-Welterbestadt Salzburg lädt das DomQuartier in der "Langen Nacht" von 19 bis 22 Uhr zu klassischer Musik und Rundgängen zu den erzbischöflichen Schätzen. Geöffnet sind die Sonderausstellungen "Stephan Balkenhol. Là ci darem la mano ..." sowie besonders "LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi" - zu jenem mittelalterlichen Heiligen, der am selben Tag seinen 800. Sterbetag hat. Raum für Kreativität bieten das Anprobieren barocker Kostüme und das freie Gestalten im "Offenen Kunstlabor".


Auch die Salzburger "Bibelwelten" mit dem charakteristischen acht Meter hohen Ohr beim Eingang wartet seine Besucher auf, mit einem nächtlichen Abenteuerprogramm für die ganze Familie und den Sonderausstellungen zu Heilpflanzen in der Bibel und altorientalischen Medizinkonzepten. Außerhalb der Landeshauptstadt öffnet auch das Stille-Nacht-Museum in Oberndorf seine Pforten und lässt Fans des wohl berühmtesten Weihnachtsliedes ebenfalls mit Spezialführungen voll auf ihre Kosten kommen.


Tirol: Schwarze Männer und Glocken

In der Innsbrucker Hofkirche stehen bei der "Langen Nacht der Museen" die berühmten "Schwarzmander" im Mittelpunkt. Führungen für Kinder und Erwachsene vermitteln Wissenswertes über die lebensgroßen Bronzefiguren, das Grabmal Kaiser Maximilians I. und die politische Bedeutung der Hofkirche. Kurzführungen und Rundgänge werden auch auf Englisch und Italienisch angeboten. Zum Abschluss klingt der Abend bei einem Konzert in der historischen Kirche aus.


Im Glockendorf Tirol in Waidring führt Glockengießermeister Richard Foidl durch die Welt der Kirchenglocken, Wetterglocken und Viehglocken sowie zu besonderen historischen Raritäten. Ab etwa 21 Uhr geht es mit Ortschronist Hans Steiner auf den Glockenweg zur Pfarrkirche, deren fünf Glocken für ihren besonderen Klang bekannt sind.


Vorarlberg: Jüdische Emanzipation

Im äußersten Westen des Landes können Besucher des jüdischen Museum des Vorarlberger Ortes Hohenems die Geschichte der jüdischen Gemeinde und ihrer Kultur kennenlernen. Zusätzlich zur Dauerausstellung wird auch eine Sonderausstellung "Die Morgenländer" angeboten. Darin zeigt das Museum die Anfänge der Orientwissenschaften im 19. Jahrhundert und deren Verbindung zur jüdischen Emanzipation. 

 

langenacht.orf.at

 

Quelle: kathpress