Freitag 25. September 2026

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Ökumenischer und interreligiöser Start ins Studienjahr an der MedUni im AKH
Erzdiözese Wien/ Katharina Mayr / Ökumenischer und interreligiöser Start ins Studienjahr an der MedUni im AKH
25.09.2026

Ökumenischer und interreligiöser Start ins Studienjahr an der MedUni im AKH

Wie tragen Hoffnung, Medizin und Glaube zu Heilung und einem guten Leben bei? Zum Auftakt des neuen Studienjahres an der MedUni Wien beleuchteten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionen diese Frage im Rahmen einer ökumenischen und interreligiösen Feier.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst und einer interreligiösen Eröffnung am Gedenktag der Heiligen Cosmas und Damian wurde am Donnerstag, 24. September 2026, das neue Studienjahr an der Medizinischen Universität eröffnet. Unter den Mitfeiernden waren Menschen aus der Krankenhausseelsorge, Ärztinnen und Ärzte, StudierendenvertreterInnen und PatientInnen.

 

„Es ist die gemeinsame spirituelle Bitte, die Aufgaben, die im Studienjahr vor uns liegen, gut zu bewältigen,“ verdeutlichte Johannes Hainfellner von der MedUni Wien das Anliegen der Feier.

 

Der evangelische Superintendet Matthias Geist und Erzbischof Josef Grünwidl segneten das Zepter der MedUni Wien, auf das Ärztinnen und Ärzte bei ihrer Promotion ihr Gelöbnis ablegen. Dabei baten sie unter anderem: „Ärztinnen und Ärzte geloben, zum Wohl und Gedeihen der Menschen beizutragen. Wir bitten dich: Stärke ihnen den Rücken, wenn sie für einen Menschen nichts mehr tun können. Lass sie deinen Segen im Rücken spüren.“ Musikalisch gestaltet wurde die Feier vom Diözesankonservatorium für Kirchenmusik. Auch hier war das Jahresthema „Hoffnung und Medizin“ in den Texten spürbar.

 

Ökumenischer und interreligiöser Start ins Studienjahr an der MedUni im AKH
Ökumenischer und interreligiöser Start ins Studienjahr an der MedUni im AKH
Ökumenischer und interreligiöser Start ins Studienjahr an der MedUni im AKH
Ökumenischer und interreligiöser Start ins Studienjahr an der MedUni im AKH

 

Hoffnung und Medizin – Perspektiven der Religionen

Nach dem ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Kapelle, gab es in der evangelischen Kapelle eine interreligiöse Eröffnung mit Kurzvorträgen zum Jahresthema der MedUni Wien „Hoffnung und Medizin“. Beiträge kamen von katholischer, evangelischer, orthodoxer, jüdischer, islamischer und buddhistischen Vertreterinnen und Vertretern.

 

Erzbischof Josef Grünwidl erinnerte in seinem Beitrag an den bekannten Dreiklang: Medicus curat. Natura sanat. Deus salvat. - Der Arzt sorgt und behandelt. Die Natur heilt. Gott rettet.

 

Oft werde Gesundheit als verfügbares Gut angesehen, auf das ein Anspruch besteht. Der Mediziner werde in dieser Sicht zu einem Vermittler der Gesundheit. „Dabei drängt sich für mich die Frage auf: Haben wir vielleicht ein krankes Verhältnis zur Gesundheit?“ so Grünwidl.

 

Natürlich spielen Medizin und Arzt für die Heilung eine wichtige Rolle. Medicus curat. Das sei wichtig, reiche jedoch noch nicht aus. Es brauche den zweiten Ton im Hoffnungs-Dreiklang: Natura sanat. „Der Wille zum Gesundwerden und der Kampf gegen die Krankheit liegen in der Natur des Menschen, und diese natürlichen Kräfte beeinflussen den Heilungsprozess erheblich,“ so Grünwidl.

 

„Die große Hoffnung aber kommt von weiter her. Sie ist mehr als sorgsame Planung, Diagnostik und Prognose, Optimismus oder Technikgläubigkeit. Theologisch gesehen ist Hoffnung ein Geschenk, eine Gnade. Deus autem salvat. Gott aber rettet,“ erläutert der Erzbischof den dritten Ton des Dreiklangs.

 

„Unsere kleinen, ganz persönlichen Hoffnungen sind sehr verschieden, haben aber mit der einen großen Hoffnung zu tun: dass letztlich alles gut wird, dass es jemanden gibt, der alles gut machen und vollenden wird. Wo die Hoffnung auf Vollendung und Rettung lebendig ist, da ist ein gutes Leben bis zuletzt möglich, da entstehen viele kleine Hoffnungen für die nächsten notwendigen Schritte,“ so Grünwidl abschließend.