Dienstag 29. September 2026

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©Archiv der Dombauhütte/Franz Zehetner
29.09.2026

Besondere Kirchenmusik im Stephansdom: Franziskus-Messe von Michael Haydn

Stephansdom am  Sonntag, 4. Oktober: Hochamt 10.15 Uhr mit der Franziskus-Messe MH 826 von Michael Haydn.

In diesem Jahr fällt der Gedenktag des hl. Franziskus auf einen Sonntag. Dieser Umstand war mitbestimmend, für die musikalische Begleitung des Sonntagshochamts die Franziskus-Messe MH 826 von Michael Haydn vorzusehen. Wie sein älterer Bruder Joseph war auch er Kapellknabe am Stephansdom und erhielt hier eine umfassende Ausbildung, ehe er nach einigen kurzen beruflichen Stationen schließlich in Salzburg Fuß gefasst hat und mehr als vier Jahrzehnte im Dienst des Fürsterzbischofs tätig blieb.

 

Michael Haydn hat gleich drei seiner 38 Messe-Kompositionen dem hl. Franz von Assisi gewidmet – die letzte von ihnen ist die prächtigste. Der Kompositionsauftrag kam von Kaiserin Marie-Thérèse, der Gemahlin von Kaiser Franz I. von Österreich (er ist mit Initialen und Wappen am von ihm gestifteten Domdach verewigt). Die Kaiserin war nicht nur eine große Gönnerin Michael Haydns, sondern auch eine musikverständige Persönlichkeit mit hervorragenden sängerischen Qualitäten. Zu Ehren ihrer Namenspatronin hatte sie Michael Haydn 1801 den Auftrag zur „Theresien-Messe“ gegeben (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Messe von Joseph Haydn). Zwei Jahre später folgte der Auftrag zur „Franziskus-Messe“ zu Ehren des Namenspatrons ihres Gatten.

 

Die Messe birgt einen außergewöhnlichen Reichtum an Techniken und instrumentalen Klangfarben. Einige Kompositions-Elemente hatte die Kaiserin explizit vorgegeben, wie Haydn selbst in einem Brief an einen Freund beschreibt:

 

„Vorgestern brachte mir ein Brief aus Wien die Nachricht, dass ihre Majestät die Kaiserin wieder eine Messe (…) neu verfertiget zu erhalten verlangen. - Nun die Vorschrift: das Ganze soll beyläufig von der nämlichen Dauer sein wie vor zwei Jahren [d. h. bei der Theresien Messe]. Die Messe soll, wie damals, kleine Solo’s haben; davon soll das et incarnatus vierstimmig seyn, und nur von Violoncell und Violon begleitet werden. Benedictus wird ein Duett für Sopran und Baß; am Ende Chor. (…) Das ganze soll zwei Fugen haben (…) Noch nicht genug! Höchstselbe lassen mich überdies fragen: Ob ich gesonnen sey, diese Arbeit zu übernehmen? - O der fürstlichen Huld! Ich möchte jauchzen vor Lust. Gedenken Sie meiner in ihrem andächtigen Gebethe, damit mir das Werk gelinge, und ich ja dem Geschmacke der Hohen entspreche.“

 

Ihre Erstaufführung im Stephansdom erlebte die Franziskus-Messe 2009; auch damals fiel der Franziskustag auf einen Sonntag.