Dienstag 29. September 2026

Schnellsuche auf der Website

https://unsplash.com/de/s/fotos/klimastreik
29.09.2026

Kirchen und Religionsgemeinschaften rufen zum Klimastreik auf

Schöpfungsverantwortung und soziale Gerechtigkeit: Vertreter christlicher Kirchen und Religionsgemeinschaften in Österreich laden zur Teilnahme am Klimastreik am 16. Oktober 2026 ein. Sie fordern entschlosseneren Klimaschutz und besseren Schutz vor den Folgen zunehmender Hitze.

Die Klimakrise betrifft auch Österreich unmittelbar – und trifft Menschen besonders hart, die sich am wenigsten schützen können. Darauf machen Vertreter christlicher Kirchen und Religionsgemeinschaften in einem gemeinsamen Aufruf zum Klimastreik am 16. Oktober aufmerksam. Ihr Anliegen: Die Politik müsse beim Klimaschutz das Tempo erhöhen und die Bevölkerung wirksamer auf die Folgen der Erderhitzung vorbereiten.

 

Der Aufruf verweist auf Hitzewellen, Trockenheit, Waldbrände, Ernteausfälle und Trinkwasserprobleme. Unter Berufung auf den Zweiten Österreichischen Sachstandsbericht zum Klimawandel von 2025 halten die Verfasser fest, dass die mittlere Lufttemperatur in Österreich gegenüber der vorindustriellen Zeit bereits um 3,1 Grad gestiegen sei. Die Erwärmung falle damit mehr als doppelt so hoch aus wie im weltweiten Durchschnitt.

 

Klimaneutralität darf kein Lippenbekenntnis bleiben

 

Von den Verantwortlichen in Bund und Ländern verlangen die Religionsvertreter einen verbindlichen, mit Sanktionen verbundenen Maßnahmenplan zum Klimaschutzgesetz, die Abschaffung fossiler Subventionen sowie den Ausbau erneuerbarer Energien und den Ausstieg aus Öl und Gas. Das Ziel, Österreich bis 2040 klimaneutral zu machen, dürfe „nicht bloß ein Lippenbekenntnis sein“.

Den notwendigen Wandel verstehen sie als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe: Ein fairer sozial-ökologischer Wandel sollte „nicht als Last, sondern als Chance und als gemeinsames positives Zukunftsprojekt unserer ganzen Gesellschaft betrachtet werden“.

 

Hitzeschutz ist eine Frage der Gerechtigkeit

 

Besonderes Augenmerk legt der Aufruf auf alte, kranke und einkommensarme Menschen. Wer in dicht verbauten Wohngebieten mit wenig Grün lebt, ist der Hitze häufig stärker ausgesetzt und hat weniger Möglichkeiten, ihr auszuweichen. Die Verfasser fordern deshalb verbindliche Maßnahmen im Rahmen des nationalen Hitzeschutzplans, besseren Kontakt zu besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen und mehr Investitionen in sozial gerechten Hitzeschutz. Auch Bodenschutz, Entsiegelung, Begrünung und Renaturierung müssten rascher vorangetrieben werden. Für die Kirchen und Religionsgemeinschaften ist dieses Engagement Ausdruck ihrer Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung. Zugleich gehe es um die Menschenrechte auf Gesundheit und Leben, um soziale Gerechtigkeit und das Gemeinwohl. Mit der Teilnahme am Klimastreik wollen sie diesen Anliegen öffentlich Nachdruck verleihen.

 

 

Informationen zum Klimastreik am 16. Oktober 2026: Fridays for Future Österreich