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Glockenweihe in Neunkirchen durch Erzbischof von Teheran
Minoriten / Glockenweihe in Neunkirchen durch Erzbischof von Teheran
05.10.2026

Glockenweihe in Neunkirchen durch Erzbischof von Teheran

Franziskaner-Minorit Kardinal Mathieu weihte ein neues Glockenspiel in niederösterreichischer Wallfahrtskirche in Neunkirchen. Der belgischer Ordensmann leitet seit 2021 die katholische Erzdiözese mit Sitz in der iranischen Hauptstadt.

Der katholische Erzbischof von Teheran-Isfahan, Kardinal Dominique Joseph Mathieu OFM Conv., hat am Sonntag in Neunkirchen in Niederösterreich ein neues Glockenspiel mit 30 Glocken geweiht. Wie der Orden der Franziskaner-Minoriten am Montag informierte wurden die Glocken im Gedenken an den Transitus des Ordensgründers im Rahmen einer Festmesse eingeweiht. In Neunkirchen wurde Mathieu von der örtlichen Minoritengemeinschaft und der Pfarrgemeinde empfangen, so der Orden. Die 30 Glocken des neuen Glockenspiels wurden von der österreichischen Glockengießerei Grassmayr gegossen.


Seit 1631 betreuen die Franziskaner-Minoriten die Stadtpfarre Neunkirchen, die der Erzdiözese Wien zugehörig ist. In fünf Jahren steht damit das 400-Jahr-Jubiläum der Ordenspräsenz in der niederösterreichischen Stadt bevor. Die Stadtpfarrkirche ist zugleich eine Wallfahrtskirche. Grund dafür ist das dort verehrte Gnadenbild, eine Kopie des sogenannten Gnadenbildes von Cranach. Zur Wallfahrtstradition gehört auch ein Mirakelbuch mit Berichten über Gebetserhörungen und Wunder durch das Gnadenbild.


Der belgische Ordensmann Dominique Mathieu leitet seit 2021 die katholische Erzdiözese mit Sitz in der iranischen Hauptstadt. Im Iran gibt es sechs katholische Diözesen: vier chaldäische (mit Patriarchatssitz in der irakischen Hauptstadt Bagdad), eine armenische (eben in Isfahan) und eine lateinische, die 2021 Mathieu anvertraut wurde. Papst Franziskus (2013-2025) nahm den Franziskaner-Minoriten Ende 2024 auch in das Kardinalskollegium auf. Kardinal Mathieu ist zugleich der einzige Priester seiner Ortskirche.


Der Franziskaner-Minorit, der im März 2026 nach dem Ausbruch des Iran-Krieges gemeinsam mit dem Personal der italienischen Botschaft aus Teheran evakuiert worden war, lebe inzwischen wieder im Iran auf dem Gelände der italienischen Botschaft, hieß es. Aktuell hält er sich wegen der am Mittwoch in Rom beginnenden Versammlung der weltweiten Bischofskonferenz-Vorsitzenden über Ehe und Familie zum 10. Jahrestag des Apostolischen Schreibens "Amoris laetitia" in Europa auf.


2.000 Katholiken im Iran

Von den rund 90 Millionen Einwohnern Irans gehören nur wenige Hunderttausend dem Christentum an. Die älteste und größte Gruppe bilden die nach verschiedenen Schätzungen rund 150.000 Armenier; die Zahl der Katholiken liegt bei etwas mehr als 20.000, darunter auch die etwa 2.000 Katholikinnen und Katholiken im Iran, die dem lateinischen Ritus angehören. Die Gesamtzahl der Christen wird von Menschenrechtsorganisationen dennoch mit bis zu 800.000 angegeben. Grund ist, dass neben den anerkannten Christen viele weitere in Untergrundgemeinden leben, die sich aus früheren Muslimen zusammensetzen, die laut den Berichten meist zum evangelikalen oder pfingstkirchlichen Christentum übergetreten sind.


Historisch gesehen wurden die armenischen Christen, ebenso wie Juden und Zoroastrier in der Verfassung des Irans von 1906 offiziell als "religiöse Minderheiten" anerkannt. 1928 wurde ihnen eine parlamentarische Vertretung garantiert. 1943 erhielten sie auch Autonomie in zivilrechtlichen Fragen, die die Familie betreffen, wie Eheschließungen, Trennungen, Testamente und Adoptionen. Einen Einschnitt brachte die Revolution von 1979, seit der sich der Iran als schiitisch-islamischer Staat versteht.


Der Heilige Stuhl unterhält seit 1954 diplomatische Beziehungen zum Iran. Der Posten des päpstliche Nuntius in Teheran ist derzeit vakant. Erzbischof Andrzej Jozwowicz, der dieses Amt seit 2021 innehatte, ist seit 31. Jänner 2026 Papstbotschafter in Sri Lanka, einen Nachfolger im Iran gibt es noch nicht.

 

Quelle: kathpress