Donnerstag 8. Oktober 2026

Schnellsuche auf der Website

Queere Schöpfungsfeier: Liturgisches Konzept soll Schule machen
Thomas Gramm / Queere Schöpfungsfeier: Liturgisches Konzept soll Schule machen
08.10.2026

Queere Schöpfungsfeier: Liturgisches Konzept soll Schule machen

"Abrakadabra" verbindet Bibel, Musik, Performance und Beteiligung. Das Konzept kann von anderen Gemeinden übernommen werden.

Das ökumenische liturgisch-künstlerische Konzept für queere Schöpfungsfeiern soll künftig auch in anderen Gemeinden und Gruppen eingesetzt werden können. Unter dem Titel "Abrakadabra - und es war gut!" haben katholische, evangelische, methodistische und altkatholische Christinnen und Christen in Graz, Wien und Linz eine Schöpfungsfeier entwickelt, die Bibeltexte mit Trommelmusik, Tanz, Drag-Performance, Lichtkunst und interaktiven Elementen verbindet. Im Fokus stehe die Vielfalt der Schöpfung und die Frage, wie Kirche als Ort von Spiritualität, Gemeinschaft und persönlicher Entfaltung erfahrbar werden kann, so die Initiatoren. Das Konzept ist ausdrücklich zur Übernahme durch andere Gruppen und Gemeinden gedacht.


"Abrakadabra" wurde am 12. September in Graz, am 25. September in Wien und am 2. Oktober in Linz gefeiert. Rund 150 Menschen kamen in Wien, etwa 110 in Linz und rund 30 in Graz. Entwickelt wurde das Projekt vom Team Jugend und Junge Erwachsene gemeinsam mit einem ökumenischen Team sowie unterschiedlichen kirchlichen Einrichtungen und Diözesen, darunter Linz, Wien und Graz-Seckau.


Die Dramaturgie orientiere sich an den sieben Schöpfungstagen der biblischen Genesis, hieß es. Theologisch knüpft die Feier an die Schöpfungserzählung der Genesis an. Auch der Titel "Abrakadabra" greift die verbreitete Deutung des Wortes als "Ich erschaffe, indem ich spreche" auf. Das Sprechen und Aussprechen eigener Erfahrungen wird dabei mit dem biblischen Motiv verbunden, dass Gott durch sein Wort Schöpfung hervorbringt.


"Die Schöpfungsfeier reflektiert die Vielfalt von Gottes guter Schöpfung - und zu dieser Schöpfung gehören die Menschen in all ihrer Diversität und Schönheit", so der Projektleiter, Anson Samuel, der als Stadtjugendreferent in der Diözese Linz sowie als Queer-Theologe tätig ist. Dabei wird die Liturgie über Sprache und Musik vermittelt, sowie im Zusammenspiel verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen.


Auch die evangelische Hochschulpfarrerin und Mitorganisatorin Katharina Payk bezeichnete das Projekt als "Brückenschlag" zwischen unterschiedlichen Menschen und Glaubenserfahrungen. Gerade angesichts zunehmender Anfeindungen gegen LGBTIQ-Personen sei es wichtig, Räume zu schaffen, in denen Begegnung möglich werde.

 

Quelle: kathpress