Der päpstliche Botschafter in Österreich, Erzbischof Pedro López Quintana, hat Mission als Auftrag aller Getauften betont. "Mission ist keine Sache für Spezialisten", also nur einzelner Beauftragter, Experten oder kirchlicher Organisationen, sagte der Apostolische Nuntius laut Mitteilung der Päpstlichen Missionswerke vom Freitag bei einem Treffen mit den österreichischen Missio-Diözesandirektoren. Kirche werde dort missionarisch, wo Menschen ihren Glauben selbstverständlich leben und mit anderen teilen, also in Pfarren, in Familien und mitten im Alltag.
Den Päpstlichen Missionswerken komme dabei eine unterstützende Rolle im Dienst der Bischöfe und Pfarren zu, so Erzbischof López kurz vor dem 100. Weltmissionssonntag (18. Oktober). Über das Spendensammeln hinaus sollten sie die Menschen ermutigen, selbst aktiv zu werden und ihren Glauben missionarisch zu leben. Der Nuntius hob die Verbindung von Glaubenszeugnis und konkretem Handeln hervor. Mission zeige sich sowohl im gesprochenen Wort als auch im freiwilligen Engagement, in konkreter Hilfe für Menschen in Not und in gelebter Solidarität. Dafür brauche es nicht zuerst eine offizielle Beauftragung, sondern Christen, die aus ihrem Glauben heraus handeln.
"Mission ist kein Zusatzprogramm der Kirche, sondern gehört zu ihrem Wesen", bekräftigte auch der seit September als Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich amtierende Johannes Laichner. Mission beginne dort, "wo Christen ihren Glauben nicht delegieren, sondern selbst leben". Der Oktober gilt in der katholischen Kirche als Weltmissions-Monat. Seit 100 Jahren wird in allen katholischen Kirchen weltweit im Auftrag des Papstes für die ärmsten Diözesen der Welt gesammelt, damit sie ihr pastorales und soziales Angebot für die Menschen anbieten und aufbauen können. Missio Österreich stellt in diesem Jahr besonders Äthiopien und die Krisenregion Tigray in den Mittelpunkt, wo Mütter und Kinder in Not durch kirchliche Hilfsangebote unterstützt werden.
Erst am Donnerstag hatte Papst Leo XIV. die irische Ordensfrau Mary Teresa Barron als Präsidentin mit der Leitung der weltweiten Päpstlichen Missionswerke betraut. Die 57-jährige Irin und frühere Leiterin der Internationalen Vereinigung der Generaloberinnen (UISG) übernimmt die Aufgabe ab Jänner 2027.
"Dass künftig eine Ordensfrau an der Spitze der Päpstlichen Missionswerke steht, freut mich besonders", reagierte Missio-Österreich-Nationaldirektor Laichner auf die Personalie: "Frauen leisten seit Generationen einen unschätzbaren Beitrag zur Mission der Kirche, und es ist ein schönes Zeichen, wenn sie auch in der Leitung Verantwortung übernehmen."
Die Päpstlichen Missionswerke (Missio) wirken seit 1922 in rund 150 Ländern der Welt. In Österreich ist Missio unter den zehn größten Spendenorganisationen des Landes und engagiert sich für die Stärkung der wachsenden Weltkirche, vor allem in den armen Ländern.
Quelle: kathpress