Bereits zum 13. Mal fand am vergangenen Wochenende das Panorthodoxe Jugendtreffen statt. Die Veranstaltung stand heuer unter dem Generalthema "Die Sakramente - unser Weg zur Heiligung". Laut Erzpriester Emanuel Nutu, Leiter des ehrenamtlichen Organisationsteams, waren gut 200 Jugendliche aus verschiedenen orthodoxen Kirchen gekommen. Ort des Geschehens war wieder das katholische Bildungszentrum Mater Salvatoris in Wien-Neubau (Kenyongasse 4).
Das Jugendtreffen begann mit einer Göttlichen Liturgie, der Metropolit Arsenios (Kardamakis) vorstand. Mit ihm zelebrierten zahlreiche Geistliche der verschiedenen orthodoxen Kirchen in Österreich; u. a. Erzpriester Nutu von der Rumänisch-orthodoxen Kirche, Militärseelsorger Alexander Lapin oder auch Erzpriester Nikola Wahbe vom Patriarchat von Antiochien.
Metropolit Arsenios - er ist auch der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz - betonte in seinem Impuls an die Jugendlichen: "Wir leben in einer Welt, die sich sehr schnell verändert. Wissen, Kommunikation und Technologie eröffnen uns ständig neue Möglichkeiten. Vieles davon kann ein Segen sein." Gleichzeitig müsse man aber auch feststellen: "Wir kommunizieren ständig und haben doch Schwierigkeiten, einander wirklich zu begegnen. Wir wissen vieles und kennen uns selbst manchmal nur wenig. Wir haben viele Möglichkeiten und wissen dennoch nicht, welchen Weg wir gehen sollen."
Die Kirche rufe dazu auf, "mitten in dieser modernen Welt zu leben, ohne unser Herz zu verlieren, ohne uns zu fürchten oder uns von ihr zurückzuziehen. Wir sollen gestalten, lieben, vorankommen und träumen, dabei aber einen festen Bezugspunkt bewahren: Christus." Genau hier setze auch das Thema des Jugendtreffens an: "Die Sakramente - unser Weg zur Heiligung".
Heiligung bedeute nicht, dem wirklichen Leben zu entfliehen, sondern vielmehr, der Gnade Gottes Raum zu geben, "damit sie unser Leben erleuchtet und verwandelt. Christus soll in unsere Freude und unsere Schwierigkeiten eintreten, in unsere Beziehungen, Entscheidungen und Hoffnungen."
Und mit anderen Worten: "Heiligung ist keine Flucht aus dem Leben. Sie bedeutet, das Leben mit Christus zu leben." Deshalb beschränke sich das geistliche Leben auch nicht auf die Liturgie in der Kirche, sondern erstrecke sich auch auf den Alltag zu Hause, in der Schule, am Arbeitsplatz und in allen Beziehungen.
Der Metropolit erläuterte den Jugendlichen den tieferen Sinn der Sakramente und hob die Bedeutung der Gemeinschaft unter den orthodoxen Christen unterschiedlicher Kirchen und Traditionen hervor: "Wir kommen aus unterschiedlichen Ländern, sprechen verschiedene Sprachen und sind von unterschiedlichen Traditionen geprägt. All das ist ein Reichtum. Doch etwas viel Tieferes verbindet uns: derselbe Christus, derselbe Glaube, dieselbe Eucharistie." In einer Welt, in der Menschen leicht voneinander getrennt werden, sei die Kirche dazu berufen, ein Ort der Gemeinschaft zu sein, so der Metropolit.
Die Ausführungen des Metropoliten wurden mit den Jugendlichen dann in Kleingruppen vertieft. Ein gemeinsames Mittagessen und Workshops zu unterschiedlichen religiösen Themen, Musik, Tanz und Sport stehen ebenfalls auf dem Programm.
Für das orthodoxe Schulamt waren die beiden Fachinspektoren Archimandrit Ilias Papadopoulos und Branislav Djukaric gemeinsam mit Religionslehrenden an Vorbereitung und Durchführung des Jugendtreffens beteiligt. Unter den Referenten waren der rumänisch-orthodoxe Erzpriester Ioan Moga und Erzpriester Nikolaus Rappert von der deutschsprachigen orthodoxen Gemeinde in Wien.
Das Panorthodoxe Jugendtreffen ist eine Initiative der Orthodoxen Bischofskonferenz. Es soll unter anderem die orthodoxe Gemeinschaft in Österreich stärken. Das Jugendtreffen findet seit 2012 jährlich statt. Nur 2020 und 2021 war pandemiebedingt kein Treffen möglich.
www.metropolisvonaustria.at
Quelle: kathpress