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13.10.2026

P. Dr. Josef Keler SDB verstorben

Die Salesianer Don Boscos geben bekannt, dass ihr Mitbruder

P. Dr. Josef Keler SDB am 13. Oktober 2026 im Alter von 87 Jahren verstorben ist.- Bischofsvikar Dariusz Schutzki: "Er verstand es, Hoffnung zu geben und Freude zu schenken."

 P. Dr. Josef Keler SDB ist am Dienstag, den 13. Oktober 2026 nach einem medizinischen Notfall in Wien im Alter von 87 Jahren verstorben. Mit ihm verlieren die österreichische Kirche und seine Ordensgemeinschaft, aber auch viele  Gläubige persönlich einen engagierten Seelsorger, dessen Leben vom Glauben, vom Einsatz für junge Menschen und von der Verbundenheit mit Menschen in benachteiligten Regionen der Welt geprägt war.

 

Dariusz Schutzki, Bischofsvikar des Vikariats Wien-Stadt, erinnert sich an P. Josef als einen warmherzigen und zugewandten Menschen: „Ich habe P. Josef Keler sehr geschätzt. Den Menschen begegnete er mit großer Empathie, Herzlichkeit und einem Lächeln. Er verstand es, ihnen Hoffnung zu geben und Freude zu schenken. Mein tiefes Mitgefühl gilt seinen Mitbrüdern im Orden der Salesianer Don Boscos und allen, die ihm verbunden waren. Möge Gott ihm all das Gute vergelten, das er den Menschen geschenkt hat.“

 

Pater Josef Keler wurde 1939 in Mitterndorf im Mürztal in der Steiermark geboren. Am 16. August 1959 legte er seine Erste Profess bei den Salesianern Don Boscos ab. Nach seinem Theologiestudium in Benediktbeuern empfing er 1969 in Linz die Priesterweihe. Die Sorge um junge Menschen und ihre Entwicklung sowie die persönliche Begleitung der ihm anvertrauten Menschen prägten seinen Dienst als Salesianer und Priester.

 

Sein Dienst führte ihn in das Schülerheim in Landeck, an das Don Bosco Gymnasium Unterwaltersdorf, in die Seelsorge nach Klagenfurt-St. Josef/Siebenhügel und als Pfarrer nach Wien-Stadlau. 1984 promovierte er im Fach Pädagogik an der Universität Klagenfurt zum Doktor der Philosophie. Im selben Jahr wurde er zum Provinzial der österreichischen Salesianerprovinz ernannt, die er zwölf Jahre lang leitete. In dieser Zeit gestaltete er die Entwicklung des Ordens in Österreich maßgeblich mit und ermutigte seine Mitbrüder, den Auftrag Don Boscos mit Vertrauen und Tatkraft weiterzuführen. Anschließend übernahm er die Leitung des Canisiusheims in Horn. Von 2002 bis 2013 wirkte er als Pfarrer in Graz-Don Bosco und als Direktor der dortigen Salesianergemeinschaft.

 

Ab 2013 lebte er im Salesianum in Wien und war, solange es seine Gesundheit zuließ, als Rektor und Seelsorger an der Herz-Jesu-Kirche tätig. Auch nach seinen Jahren in leitenden Aufgaben blieb ihm die unmittelbare Begegnung mit den Menschen ein wichtiges Anliegen. Als langjähriger Missionsprokurator und rund 30 Jahre als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Missionierenden Orden war er den Menschen und den Mitbrüdern in den Ländern des Südens besonders verbunden. Seine Reisen führten ihn unter anderem nach Ghana, in den Kongo, nach Brasilien, Argentinien und Osttimor sowie nach Sibirien. Er suchte den persönlichen Kontakt, hörte von den Sorgen und Hoffnungen der Menschen und setzte sich dafür ein, dass die Unterstützung ihre konkreten Lebensbedingungen verbessern konnte.

 

Eine wichtige Verbindung zur Missionsarbeit entstand durch seinen Austausch mit dem Kongo-Missionar P. Johann Kiesling. Während seiner Zeit als Pfarrer in Wien-Stadlau besuchte Keler ihn und später weitere Mitbrüder in ihren Einsatzgebieten. Die Begegnungen vor Ort bestärkten ihn darin, auch in Österreich für die Anliegen der Missionare einzutreten und Hilfe für ihre Arbeit zu gewinnen. Ebenso setzte er sich für den Aufbau der Ordensgemeinschaften in den ehemaligen Ostblockländern ein. Bereits vor der politischen Öffnung Osteuropas unterstützte er Menschen und kirchliche Gemeinschaften unter schwierigen politischen Bedingungen und nahm dabei persönliche Risiken auf sich. Darüber hinaus engagierte er sich für die Errichtung und Förderung von Fachhochschulstudiengängen im Bildungs- und Sozialbereich.

 

1997 trug Pater Keler die Gründung der Hilfsorganisation Jugend Eine Welt maßgeblich mit. Über viele Jahre war er Vorsitzender ihres Vorstands und begleitete ihre Entwicklung zu einer international tätigen Hilfsorganisation. Seine Weitsicht, sein Vertrauen und seine tatkräftige Unterstützung waren besonders in den Anfangsjahren von großer Bedeutung. Trotz zunehmender gesundheitlicher Beschwerden blieb er bis zuletzt am Geschehen und an der Entwicklung der weltweiten Don-Bosco-Projekte interessiert.

Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt, würdigt ihn als bedeutenden Wegbereiter, treuen Freund und Wegbegleiter. Sein Glaube, seine Menschlichkeit, sein Wissen und sein Humor sowie sein wertvoller Rat bleiben vielen in dankbarer Erinnerung. Ein von Heiserer überlieferter Leitspruch Pater Kelers bringt seine Haltung zur Hilfe für Menschen in Not zum Ausdruck: „Jede Hilfe ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber wenn der Tropfen trifft, bedeutet er Leben.“ Provinzial P. Peter Rinderer erinnert besonders an Kelers tiefes Gottvertrauen, seine Tatkraft und sein markantes Lachen. Er verstand es, andere zu begeistern und zu ermutigen, mit Kraft voranzugehen und den Weg im Sinne Don Boscos zu gehen. Sein Einsatz galt besonders Menschen in Not und den Mitbrüdern, die unter schwierigen Bedingungen ihren Dienst versahen. „Er hat geholfen, was er helfen konnte“, würdigt Rinderer seinen verstorbenen Mitbruder.

 

Sein Wirken wurde durch die Ernennung zum Geistlichen Rat 1994 und zum Konsistorialrat 1997 gewürdigt. Am 3. Mai 2016 erhielt er das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

 

Die Verabschiedung von P. Keler findet am Dienstag, dem 3. November 2026, um 10 Uhr auf dem Wiener Zentralfriedhof in Halle 1, Tor 2, Simmeringer Hauptstraße 234–240, 1110 Wien, statt. Anschließend wird die Seelenmesse in der Pfarrkirche Neuerdberg, Hagenmüllergasse 33, 1030 Wien, gefeiert.