Mittwoch 4. November 2026

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Von Authors of Menologion of Basil II (circa 985 AC, Constantinople), Byzantine manuscript illuminators:Pantoleon with Georgios, Michael the Younger, Michael of Blachernae, Symeon, Symeon of Blachernae, Menas, and Nestor(Online on Vatican site) - htt
16.10.2026

Ignatius von Antiochien (17. Oktober)

Der heilige Ignatius von Antiochien zählt zu den Apostolischen Vätern und zu den bedeutendsten Glaubenszeugen der frühen Kirche.

Als Apostolische Väter bezeichnet man jene frühchristlichen Autoren, deren Schriften zeitlich und geistlich der Generation der Apostel besonders nahestehen. Ihre Texte geben Einblick in das Leben, den Glauben und die Herausforderungen der jungen christlichen Gemeinden. Zu ihnen gehören neben Ignatius etwa Clemens von Rom und Polykarp von Smyrna. Die Briefe des Ignatius bilden somit eine wichtige Brücke zwischen der Zeit der Apostel und der weiteren Entfaltung der Kirche. 

 

Über seine Herkunft und seine Jugend wissen wir wenig. Ignatius wirkte als Bischof von Antiochien, einer bedeutenden Metropole des Römischen Reiches im Gebiet des heutigen Antakya in der Türkei. Die Stadt hatte für das frühe Christentum einen besonderen Stellenwert: Hier wurden die Jünger Jesu nach dem Zeugnis der Apostelgeschichte erstmals „Christen“ genannt. Nach kirchlicher Überlieferung war Ignatius der dritte Bischof der Stadt, nach dem Apostel Petrus und dessen Nachfolger Evodius. 

 

Während einer Christenverfolgung wurde Ignatius verhaftet und unter militärischer Bewachung nach Rom gebracht. Dort sollte er wilden Tieren vorgeworfen werden. Sein Martyrium wird gewöhnlich in die Regierungszeit Kaiser Trajans, also an den Anfang des zweiten Jahrhunderts, eingeordnet; das genaue Todesjahr ist nicht sicher. Auf der Reise begegneten ihm Vertreter verschiedener christlicher Gemeinden. Obwohl er selbst als Gefangener dem Tod entgegenging, bestärkte er sie im Glauben und sorgte sich um ihren Zusammenhalt. 

 

Aus dieser letzten Lebensphase sind sieben Briefe erhalten: an die Gemeinden von Ephesus, Magnesia, Tralles, Rom, Philadelphia und Smyrna sowie an Bischof Polykarp. Vier schrieb er in Smyrna, drei weitere in Troas. Es sind persönliche, eindringliche Schreiben eines Seelsorgers, der angesichts seines bevorstehenden Todes weiter Verantwortung für andere übernimmt. Sie verbinden Ermutigung und Mahnung mit einer tiefen Sehnsucht nach der Gemeinschaft mit Christus.

 

Ein zentrales Anliegen seiner Briefe ist die Einheit der Kirche. Die Gläubigen sollen miteinander und mit ihrem Bischof verbunden bleiben; Bischof, Presbyter und Diakone tragen dabei besondere Verantwortung für die Gemeinschaft. Ebenso entschieden bekennt sich Ignatius zur wirklichen Menschwerdung Jesu Christi. Gegen Vorstellungen, Jesus habe nur scheinbar einen menschlichen Leib angenommen und nur scheinbar gelitten, betont er die Wirklichkeit seines irdischen Lebens und seiner Passion. Auch die Eucharistie besitzt in seinen Briefen einen herausragenden Stellenwert: Im Brief an die Epheser bezeichnet er sie als „Heilmittel zur Unsterblichkeit“. 

 

Bei Ignatius begegnet uns außerdem die früheste erhaltene Verwendung der Bezeichnung„katholische Kirche. Im Brief an die Smyrnäer schreibt er: „Wo Jesus Christus ist, dort ist die katholische Kirche.“ Das Wort „katholisch“ meint hier die umfassende, universale Kirche, deren Mitte Christus ist. Sein Blick reicht damit über die einzelne Ortsgemeinde hinaus auf die Gemeinschaft aller, die zu Christus gehören. 

 

Nach der Überlieferung erlitt Ignatius in Rom den Märtyrertod durch wilde Tiere. Seine Reliquien werden heute in der Basilika San Clemente in Rom, nahe dem Kolosseum, verehrt. Wer nach seiner heutigen Ruhestätte fragt, wird daher auf diese alte römische Kirche verwiesen. Die katholische Kirche begeht seinen Gedenktag am 17. Oktober. 

 

Eine besondere Verbindung besteht zwischen dem heiligen Ignatius und dem Wiener Erzbischof Josef Grünwidl. Papst Leo XIV. ernannte Grünwidl am 17. Oktober 2025, also  am Gedenktag des Märtyrerbischofs, zum Erzbischof von Wien. Seinen bischöflichen Wahlspruch wählte Grünwidl nach einem Gedanken aus dem Brief des Ignatius an die Epheser: „Melodiam Dei recipite“ – „Nehmt Gottes Melodie in euch auf.“ Die lateinische Formulierung ist eine für den Wahlspruch vorgenommene Übertragung und Anpassung des ursprünglich griechischen Textes. 

 

Der Zusammenhang dieses Wortes ist besonders schön: Im vierten Kapitel des Epheserbriefes beschreibt Ignatius die kirchliche Gemeinschaft mit Bildern aus der Musik. Die Presbyter sollen mit dem Bischof verbunden sein wie die Saiten mit einer Zither. Alle Gläubigen sind eingeladen, gemeinsam einen Chor zu bilden, aufeinander zu hören und in Eintracht Gott zu loben. Der gemeinsame Gesang soll im Leben sichtbar werden: An ihren guten Werken sollen die Christen als Menschen erkennbar sein, die zu Christus 

 

Mit seinem Wahlspruch greift Erzbischof Grünwidl dieses Bild auf. Die Melodie Gottes steht für das Evangelium, die Frohe Botschaft, die Menschen im Innersten erreichen und ihr Leben prägen soll. Dazu passen auch die Orgelpfeifen in seinem Wappen: Unterschiedliche Register, Tonhöhen und Klangfarben finden zu einem gemeinsamen Klang zusammen. So lässt sich der Gedanke des Ignatius auch heute verstehen: Jeder Mensch bringt seine eigene Stimme ein; das Hören auf Christus und aufeinander lässt daraus Gemeinschaft werden.