Dienstag 3. November 2026

Schnellsuche auf der Website

7. September | Priester und Märtyrer Geboren um 1588 in Križevci in Kroatien, gestorben am 7. September 1619 in Košice
16.10.2026

Heiliger Markus Stephan Crisinus – Seelsorger und Märtyrer von Košice (7.September)

7. September | Priester und Märtyrer
Geboren um 1588 in Križevci in Kroatien, gestorben am 7. September 1619 in Košice

Markus Stephan Crisinus, auch Markus von Križevci oder Marko Križevčanin genannt, wirkte als Seelsorger, Lehrer und Leiter eines Priesterseminars. Sein Ausbildungsweg führte ihn von Kroatien über Wien und Graz nach Rom. In Košice erlitt er gemeinsam mit den Jesuiten Melchior Grodecz und Stephan Pongrácz das Martyrium. Markus selbst war Diözesanpriester.

 

Schuljahre in Wien

 

Markus wurde um 1588 in Križevci geboren. Nach seiner ersten Ausbildung besuchte er von 1600 bis 1606 das Jesuitengymnasium in Wien. Anschließend setzte er seine Studien in Graz fort, wo er sich mit den Geisteswissenschaften und der Philosophie beschäftigte. In Graz gehörte er der Marianischen Kongregation an. Zu seinen Lehrern zählte Peter Pázmány, der spätere Kardinal und Erzbischof von Esztergom. Diese Verbindung sollte auch seinen weiteren Lebensweg prägen.

 

Priester und Lehrer

 

Als Priesterkandidat der Diözese Zagreb kam Markus 1611 nach Rom. Er lebte im Collegium Germanicum et Hungaricum und studierte bis 1615 Theologie. Nach der Priesterweihe kehrte er zunächst in seine Heimat zurück und arbeitete in der Seelsorge. Auf Einladung Pázmánys übernahm er bald neue Aufgaben: Ab 1616 wirkte er als Professor und Leiter des Priesterseminars in Trnava, dem damaligen Tyrnau. Außerdem wurde er Domherr des Erzbistums Esztergom. Später vertraute man ihm die Verwaltung der ehemaligen Benediktinerabtei in Krásna bei Košice an.

 

An der Seite der Gläubigen

 

In Košice, dem damaligen Kaschau im Königreich Ungarn, begegnete Markus den Jesuiten Melchior Grodecz und Stephan Pongrácz. Gemeinsam standen sie den Katholiken in einer Stadt bei, deren Leben von starken konfessionellen Spannungen geprägt war. 1619 verschärfte der Krieg zwischen dem siebenbürgischen Fürsten Gabriel Bethlen und dem habsburgischen Kaiser die Lage. Truppen unter Georg Rákóczi besetzten Košice. Die drei Priester wurden gefangen genommen.

 

Dem Glauben treu

 

Die Gefangenen sollten ihren katholischen Glauben aufgeben. Markus wurden nach der kirchlichen Überlieferung auch materielle Vorteile angeboten, falls er zum Calvinismus übertrete. Er verweigerte diesen Schritt.

 

Nach schweren Misshandlungen wurde er am 7. September 1619 enthauptet. Auch seine beiden Gefährten starben an der gegen sie verübten Gewalt. Die Ermordung der Priester löste nach der vatikanischen Lebensbeschreibung auch unter Protestanten Bestürzung aus.

 

Gemeinsam verehrt

 

Papst Pius X. sprach Markus und seine Gefährten am 15. Jänner 1905 selig. Am 2. Juli 1995 wurden sie von Papst Johannes Paul II. in Košice heiliggesprochen. Ihr gemeinsamer Gedenktag ist der 7. September. Bei der Heiligsprechung würdigte Johannes Paul II. ihre Gewissenstreue und erinnerte zugleich an die Opfer anderer christlicher Konfessionen. Das Gedenken an die Märtyrer verband er mit einem Aufruf zu gegenseitigem Verständnis und zur Zusammenarbeit zwischen den Völkern. Markus Stephan Crisinus erinnert daran, dass Bildung und Seelsorge Verantwortung für andere bedeuten. Sein Lebenszeugnis ermutigt zu einem Glauben, der auch unter Druck standhält, und mahnt zum Schutz aller Menschen, die wegen ihrer religiösen Überzeugung bedroht werden.