Mittwoch 4. November 2026

Schnellsuche auf der Website

## Selige Barbara Maix – eine Wienerin an der Seite der Armen
16.10.2026

Selige Barbara Maix – eine Wienerin an der Seite der Armen (6. November)

6. November | Ordensfrau und Ordensgründerin
Geboren am 27. Juni 1818 in Wien, gestorben am 17. März 1873 in Catumbi, Rio de Janeiro

Barbara Maix sah die Not junger Frauen in Wien und begann zu helfen. Sie schuf eine Unterkunft für Arbeiterinnen und arbeitslose Frauen und sammelte Gefährtinnen um sich. Aus diesen Anfängen entstand später in Brasilien die Kongregation der Schwestern vom Unbefleckten Herzen Mariens. Ihr Ordensname lautete Maria Barbara von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

In Wien geprägt

Barbara wuchs in einer Familie auf, deren Leben von Armut, Krankheiten und Todesfällen überschattet war. Mit fünfzehn Jahren hatte sie beide Eltern verloren. Früh lernte sie, Verantwortung zu übernehmen und unter schwierigen Umständen auszuharren. Eine wichtige geistliche Heimat fand sie in der Wiener Kirche Maria am Gestade. Die Predigten der Redemptoristen bestärkten sie darin, ihren Glauben mit konkreter Hilfe zu verbinden. Besonders beschäftigte sie die unsichere Lage von Dienstmädchen und jungen Frauen ohne Arbeit.

Unterkunft und Gemeinschaft

1843 eröffnete Barbara in Wien eine Unterkunft für junge Arbeiterinnen und arbeitslose Frauen. Sie sollten dort Schutz, Unterstützung und Orientierung finden. Andere Frauen schlossen sich ihrem Vorhaben an. Gemeinsam verbanden sie Gebet und tätige Nächstenliebe. Barbara wollte dieser Gemeinschaft eine dauerhafte religiöse Form geben. Doch die Gründung einer neuen Kongregation stieß auf Hindernisse. In den politischen und wirtschaftlichen Spannungen des Jahres 1848 entschloss sie sich mit ihren Gefährtinnen zur Auswanderung.

Ein neuer Anfang in Brasilien

Ursprünglich wollte die Gruppe nach Nordamerika reisen. Während der Wartezeit im Hamburger Hafen änderte sich der Plan: Barbara und ihre Gefährtinnen nahmen ein Schiff nach Brasilien. Im November 1848 erreichten sie Rio de Janeiro – ohne ausreichende Geldmittel, ohne Sprachkenntnisse und ohne ein vertrautes Netz von Unterstützern. Die Schwestern ließen sich auf die Bedürfnisse ihrer neuen Umgebung ein. Sie kümmerten sich um Waisenkinder und arme Menschen und eröffneten jungen Frauen Möglichkeiten zur Bildung. In einer Gesellschaft, in der Sklaverei bestand, begegneten sie tiefgreifender sozialer Ungleichheit.

Gründung und Dienst

Am 8. Mai 1849 wurde in Rio de Janeiro die Kongregation der Schwestern vom Unbefleckten Herzen Mariens offiziell gegründet. Die Gemeinschaft übernahm Aufgaben in der Erziehung, der Betreuung verlassener Kinder und der Krankenpflege. Barbara blieb mit ihrer Heimat verbunden. 1852 kehrte sie nach Wien zurück, um weitere Gefährtinnen zu gewinnen. Nach ihrer Rückkehr nach Brasilien setzte sie ihr Werk fort.

Vertrauen und Vergebung

Barbara erlebte gesundheitliche Beschwerden, Geldmangel und schmerzliche Konflikte. Kraft schöpfte sie aus dem Gebet, der Eucharistie und dem Vertrauen auf Gottes Vorsehung. Die Verehrung des Unbefleckten Herzens Mariens prägte ihre Spiritualität. Zu ihrem geistlichen Vermächtnis gehören die Bereitschaft zur Vergebung und die Liebe zur Wahrheit. Am 17. März 1873 starb sie im Alter von 54 Jahren in Catumbi in Rio de Janeiro.

Seligsprechung und Gedenktag

Am 6. November 2010 wurde Barbara Maix im Auftrag von Papst Benedikt XVI. in Porto Alegre seliggesprochen. Ihr liturgischer Gedenktag ist der 6. November.

Ihr Lebensweg zeigt, wie aus der Aufmerksamkeit für konkrete Not ein dauerhaftes Werk wachsen kann. Was in Wien mit einer Unterkunft für junge Frauen begann, wurde in Brasilien zu einer Gemeinschaft im Dienst an Kindern, Kranken und Armen.