Mittwoch 4. November 2026

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Józef Bilczewski Von Autor/-in unbekannt - Narodowe Archiwum Cyfrowe, Sygnatura: 1-R-29, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11313371
16.10.2026

Heiliger Józef Bilczewski – ein Erzbischof an der Seite der Notleidenden (20. März)

20. März | Erzbischof von Lemberg
Geboren am 26. April 1860 in Wilamowice, gestorben am 20. März 1923 in Lemberg

Józef Bilczewski verband wissenschaftliche Arbeit mit einer großen Aufmerksamkeit für die Nöte seiner Mitmenschen. Als Erzbischof von Lemberg setzte er sich in Kriegszeiten für Bedrängte unterschiedlicher Herkunft und Religion ein. Mit Wien verbindet ihn sein theologisches Studium: 1886 wurde er an der Universität Wien zum Doktor der Theologie promoviert.

 

Vom Bauernsohn zum Priester

 

Józef wurde in Wilamowice im heutigen Polen als ältestes von neun Kindern einer bäuerlichen Familie geboren. Nach seiner Schulzeit trat er 1880 in das Priesterseminar in Krakau ein. Am 6. Juli 1884 empfing er die Priesterweihe. Seine Begabung eröffnete ihm die Möglichkeit zu weiteren Studien. Diese führten ihn zunächst nach Wien und anschließend nach Rom und Paris. Neben der Dogmatik beschäftigte ihn besonders die christliche Archäologie, die anhand früher Zeugnisse das Leben und den Glauben der alten Kirche erschließt.

 

Doktoratsstudium in Wien

 

Der Abschluss seines Doktorats an der Universität Wien im Jahr 1886 war eine wichtige Station seines wissenschaftlichen Weges. Nach weiteren Studien habilitierte er sich 1890 in Krakau. 1891 übernahm Bilczewski eine Professur für Dogmatik an der Universität Lemberg. Später wurde er Dekan der theologischen Fakultät und Rektor der Universität. Als Lehrer genoss er die Wertschätzung seiner Studierenden und seiner Kollegen.

 

Verantwortung für eine vielfältige Erzdiözese

 

Ende 1900 ernannte Papst Leo XIII. den Vierzigjährigen zum Erzbischof von Lemberg des lateinischen Ritus. Die große Erzdiözese war von unterschiedlichen Sprachen, kirchlichen Traditionen und nationalen Zugehörigkeiten geprägt.

Bilczewski förderte die religiöse Bildung, die Ausbildung der Priester sowie den Bau von Kirchen, Schulen und Einrichtungen für Kinder. In seinen Hirtenbriefen behandelte er Glaubensfragen ebenso wie die soziale Verantwortung der Christen. Besonders wichtig waren ihm Familien und junge Menschen.

 

Hilfe in Krieg und Bedrängnis

 

Der Erste Weltkrieg und die anschließenden Kämpfe brachten der Bevölkerung großes Leid. Bilczewski setzte sich bei den staatlichen Behörden für Polen, Ukrainer und Juden ein. Er bemühte sich, Menschen unabhängig von ihrer Nationalität oder Religion zu schützen. In einer von Gewalt und Feindbildern bestimmten Zeit erinnerte er an das Gebot der Nächstenliebe. Sein bischöflicher Dienst umfasste geistliche Begleitung und konkrete Hilfe für Arme und Bedürftige.

 

Kraft aus der Eucharistie

 

Die Feier der heiligen Messe und die eucharistische Anbetung bildeten die Mitte seines geistlichen Lebens. Bei seiner Heiligsprechung würdigte Papst Benedikt XVI. ihn ausdrücklich als Mann des Gebets. Aus dieser Verbundenheit mit Christus erwuchs seine Sorge für andere. Seine Nähe zu den Armen zeigte sich auch in seinem letzten Wunsch: Er wollte auf dem Janów-Friedhof in Lemberg bestattet werden, auf dem viele mittellose Menschen ihre letzte Ruhestätte fanden.

 

Tod und Heiligsprechung

 

Józef Bilczewski starb am 20. März 1923 in Lemberg, dem heutigen Lwiw in der Ukraine. Papst Johannes Paul II. sprach ihn dort am 26. Juni 2001 selig. Am 23. Oktober 2005 wurde er von Papst Benedikt XVI. in Rom heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 20. März.

 

Sein Leben ermutigt dazu, Wissen und Verantwortung miteinander zu verbinden. Als Wissenschaftler suchte er ein tieferes Verständnis des Glaubens; als Bischof setzte er ihn in Bildung, Fürsorge und dem Schutz bedrängter Menschen in die Tat um.