Dienstag 20. Oktober 2026

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Pfarrverband am Liechtenstein
20.10.2026

Festlicher Auftakt für den Pfarrverband am Liechtenstein

Mit einem Festgottesdienst wurde am Samstag, dem 17. Oktober 2026, in der Pfarrkirche Brunn am Gebirge die Eröffnung des neuen „Pfarrverbands am Liechtenstein“ gefeiert. Brunn am Gebirge, Hinterbrühl und Maria Enzersdorf – Zum Heiligen Geist bilden seit 1. September den Pfarrverband und gehen damit verbindlich einen gemeinsamen Weg.

Bischofsvikar Richard Kager feierte mit Pfarrmoderator Tom Kruczynski, Kaplan P. Michael Kreuzer SVD, Pastoralassistentin Monika Schöner und zahlreichen Gläubigen aus den drei Pfarren. Nach der Übergabe des Kirchenschlüssels an Kruczynski verlas Kager das Errichtungsdekret. Der Pfarrmoderator legte sein Glaubensbekenntnis ab; auch das Leitungs- und das Pastoralteam bekräftigten ihren Glauben und ihre Bereitschaft zum gemeinsamen Dienst.

 

„Strukturen sind Gefäße, nicht die Quelle“

 

In seiner Predigt stellte Kager die geistliche Aufgabe des neuen Pfarrverbands in den Mittelpunkt. Eine organisatorische Neuordnung allein genüge nicht: „Strukturen sind Gefäße, nicht die Quelle.“ Erneuerung wachse aus dem Gebet, einer lebendigen Christusbeziehung und der Zuwendung zu den Menschen. Wo Einsame Gemeinschaft finden, Bedürftige auf offene Herzen treffen und Menschen neu Zugang zum Glauben gewinnen, werde der Pfarrverband lebendig. Dafür brauche es „Glauben, der trägt, diese Liebe, die anpackt, und diese Hoffnung, die nicht davonläuft“. Dabei müssten die Pfarren ihre gewachsenen Eigenheiten nicht aufgeben. „Einheit bedeutet nicht Gleichförmigkeit“, betonte Kager. Unterschiedliche Traditionen und Formen des Feierns dürften bestehen bleiben. Entscheidend sei, gemeinsam Christus zu suchen und einander zu achten. Menschen spürten sehr schnell, ob sie lediglich organisiert würden oder ob jemand gerne mit ihnen Kirche sei.

 

Besonders anschaulich machte Kager diesen Gedanken am Kerzentausch: Jede Pfarre behalte ihre Farbe, neben dem eigenen Licht stehe künftig auch das Licht der anderen. „Das Eigene wird nicht weniger, wenn wir miteinander teilen. Es wird heller.“ Den Blick auf die gemeinsame Zukunft lenkte er mit einer Frage: „Was können wir gemeinsam schenken?“ Diese Gemeinschaft wurde auch im Gottesdienst sichtbar: Vertreterinnen brachten Kerzen in den jeweiligen Pfarrfarben mit, die ausgetauscht und entzündet wurden. Die drei Pfarrgemeinderatsvorsitzenden trugen gemeinsam das Evangeliar zum Ambo; Menschen aus allen drei Pfarren gestalteten die Fürbitten.

 

Musikerinnen und Musiker der drei Pfarren begleiteten erstmals in dieser Zusammensetzung die Feier. Unter der Leitung von Michael Poklop wurde das Zusammenwachsen auch hörbar: Ein abschließender Kanon führte die zunächst getrennten Stimmen zum gemeinsamen Gesang. Zu den Ehrengästen zählten der Brunner Bürgermeister Andreas Linhart, die Vizebürgermeisterin von Maria Enzersdorf, Michaela Haidvogel, die evangelische Pfarrerin Anne Tikkanen-Lippl und P. Karmel Węglarz OFM, Prior des Franziskanerklosters.