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22.10.2026

Seliger Jul Bonati – Priester und Gelehrter unter Verfolgung (5.November)

5. November | Gemeinsames Gedenken der albanischen Märtyrer

Geboren am 24. Mai 1874 in Shkodra, gestorben am 5. November 1951 in Durrës Jul Bonati verband seinen Priesterdienst mit der Liebe zu Bildung, Sprache und Literatur. Sein Ausbildungsweg führte ihn auch nach Wien. Als Seelsorger betreute er albanische Katholiken in verschiedenen Städten. Unter der kommunistischen Diktatur wurde er verhaftet, misshandelt und zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Er starb 1951 in staatlicher Gefangenschaft.

 

Ausbildung und Verbindung zu Wien

 

Jul Bonati stammte aus Shkodra, einem bedeutenden Zentrum des katholischen Lebens in Albanien. Dort besuchte er das von Jesuiten geführte Saverianum. 1891 trat er in die Gesellschaft Jesu ein. Zu seinen weiteren Ausbildungsorten gehörten Wien und Padua. Die vatikanische Darstellung würdigt ihn als sprachkundigen Gelehrten, der sich besonders mit albanischer Sprache und Literatur beschäftigte. Damit gehört er zu jenen albanischen Glaubenszeugen, deren Bildungsweg mit Österreich verbunden war.

 

Lehrer und Seelsorger

 

Am 8. April 1906 empfing Bonati die Priesterweihe. Er arbeitete als Lehrer und wirkte an mehreren Orten in Italien sowie in Shkodra und Istanbul. 1912 verließ er den Jesuitenorden und setzte seinen Dienst als Diözesanpriester fort. In Istanbul betreute er die dort lebenden albanischen Katholiken. Später kam er in das Erzbistum Durrës. Ab 1927 war er Pfarrer in Durrës und Generalvikar; ab 1937 wirkte er als Pfarrer in Vlora.

 

Glaube und kulturelles Engagement

 

Bonatis Interesse galt neben der Theologie auch der Philosophie und Literatur. Er übersetzte das albanische Versepos „Lahuta e Malcís“ von Gjergj Fishta ins Italienische und trug damit dazu bei, ein bedeutendes Werk seiner Heimat einem weiteren Leserkreis zugänglich zu machen.

Sein Wirken verband kirchlichen Dienst und kulturelle Verantwortung. Als Priester und Lehrer wollte er Menschen bilden und Gemeinschaft stärken.

 

Verhaftung und Misshandlung

 

Nach der kommunistischen Machtübernahme geriet die katholische Kirche Albaniens unter schwere Verfolgung. Bonati wurde 1946 verhaftet und in Vlora inhaftiert. Die kirchliche Lebensbeschreibung berichtet von grausamen Folterungen. 1947 verurteilte ihn ein Gericht zu sieben Jahren Gefängnis. Später wurde er in eine psychiatrische Einrichtung in Durrës gebracht. Dort starb er am 5. November 1951 nach schwerer Misshandlung. Die katholische Kirche erkennt seinen Tod als Martyrium an.

 

Seligsprechung und Gedenken

 

Am 5. November 2016 wurde Jul Bonati in Shkodra gemeinsam mit Erzbischof Vinçenc Prennushi und weiteren Gefährten seliggesprochen. Kardinal Angelo Amato leitete die Feier im Auftrag von Papst Franziskus. Der gemeinsame liturgische Gedenktag dieser 38 albanischen Märtyrer ist der 5. November. Jul Bonatis Lebensweg erinnert an die Verletzlichkeit religiöser und geistiger Freiheit. Sein Dienst als Priester, Lehrer und Übersetzer bewahrte Menschen Zugänge zu Glauben und Kultur. Sein Martyrium mahnt dazu, Verfolgte nicht zu vergessen und die Würde auch jener zu achten, die andere Überzeugungen vertreten.