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22.10.2026

Seliger Lazër Shantoja (5. November)

5. November | Gemeinsames Gedenken der albanischen Märtyrer- Geboren 1891 oder 1892 in Shkodra, gestorben am 5. März 1945 in Tirana

Lazër Shantoja war Pfarrer, Schriftsteller und Übersetzer. Er liebte die Sprache und Musik und setzte sich für die Bildung seiner Mitmenschen ein. Österreich gehörte zu den prägenden Stationen seines Lebens: Er studierte in Innsbruck und lebte während seines politischen Exils auch in Wien. Nach seiner Rückkehr nach Albanien wurde er unter der kommunistischen Herrschaft verhaftet und hingerichtet.

 

Ausbildung und Priesterdienst

 

Shantoja stammte aus Shkodra im Norden Albaniens. Seine philosophische und theologische Ausbildung begann er im dortigen Priesterseminar. Von 1912 bis 1914 setzte er seine theologischen Studien in Innsbruck fort. Dabei vertiefte er auch seine Kenntnisse der deutschen Sprache. Am 29. Mai 1915 wurde er in Shkodra zum Priester geweiht. Anschließend wirkte er in der Pfarrseelsorge, unter anderem in Pulaj und Sheldi. Dort eröffnete er eine Schule, in der Kinder lesen und schreiben lernten. Später übernahm er Aufgaben als Kanzler, kirchlicher Notar und Sekretär des Erzbischofs.

 

Ein Priester mit literarischer Begabung

 

Neben seiner Seelsorge schrieb Shantoja Gedichte, journalistische Beiträge und satirische Texte. Er spielte Klavier und galt als sprachgewandter Prediger. Als Übersetzer erschloss er albanischen Lesern Werke europäischer Literatur, darunter Texte von Goethe, Schiller und Leopardi.

Seine schriftstellerische Tätigkeit war eng mit seinem Interesse an Bildung und dem kulturellen Leben seiner Heimat verbunden. Auch in politischen Fragen bezog er öffentlich Stellung.

 

Wien als Station des Exils

 

Nach politischen Auseinandersetzungen und einer Haftzeit musste Shantoja 1925 Albanien verlassen. Sein Exil führte ihn über Jugoslawien auch nach Wien und später in die Schweiz.

In Wien gab er die albanische Zeitung „Ora e Shqipnisë“ heraus. Er blieb damit am politischen und kulturellen Leben seiner Heimat beteiligt. In der Schweiz arbeitete er wieder in der Seelsorge. 1939 kehrte er nach Albanien zurück, das inzwischen von Italien besetzt worden war.

 

Verfolgung und Martyrium

 

Ende 1944 wurde Shantoja in Sheldi verhaftet und nach Shkodra gebracht. In der Gefangenschaft erlitt er schwere Folterungen. Im Jänner 1945 verurteilte ihn ein Gericht zum Tod; die Bestätigung des Urteils folgte Anfang Februar. Am 5. März 1945 wurde er in Tirana erschossen. Er gehörte zu den ersten katholischen Priestern, die nach der kommunistischen Machtübernahme in Albanien hingerichtet wurden. Die kirchliche Überlieferung erinnert besonders an seine Treue zum Priesterdienst trotz der erlittenen Gewalt.

 

Seligsprechung und Gedenken

 

Am 5. November 2016 wurde Lazër Shantoja in Shkodra gemeinsam mit Erzbischof Vinçenc Prennushi und weiteren Gefährten im Auftrag von Papst Franziskus seliggesprochen. Ihr gemeinsamer liturgischer Gedenktag ist der 5. November.

Sein Lebensweg zeigt einen Menschen mit vielfältigen Begabungen, der Seelsorge, Bildung und Literatur miteinander verband. Sein Martyrium erinnert an die Opfer religiöser Verfolgung und an die Verantwortung, Glaubensfreiheit und Menschenwürde zu schützen.