Freitag 23. Oktober 2026

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23.10.2026

Wiener Omadienst droht nach Förderstopp das Ende

Nach mehr als 50 Jahren droht dem Wiener Omadienst das Aus: Die Stadt streicht die Förderung, weshalb der Katholische Familienverband das Betreuungsangebot ab Jänner 2027 einstellen muss. Der Verband fordert eine Lösung zur Weiterführung.

Der Omadienst des Katholischen Familienverbandes Wien soll mit Jänner 2027 eingestellt werden. Grund ist der Wegfall der städtischen Unterstützung von bisher rund 20.000 Euro jährlich. Ohne diesen Zuschuss könne der Verband das Angebot nicht finanzieren, teilte er am Donnerstag mit. Die zuständigen Mitarbeitenden seien bereits gekündigt worden.

Das Büro von Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling begründet den Förderstopp mit der Reform „Kindergarten neu denken“. Künftig sollen nur Angebote unterstützt werden, die unmittelbar zum pädagogischen Auftrag der Kindergärten gehören.

 

Der stellvertretende Verbandsvorsitzende Christopher Erben kritisiert diese Begründung: Der Omadienst ergänze bestehende Betreuungseinrichtungen gerade außerhalb ihrer Öffnungszeiten – etwa frühmorgens, am späten Nachmittag oder bei Erkrankung eines Kindes. Er fordert daher, die Finanzierung gegebenenfalls einem anderen Ressort zuzuordnen.

 

Seit 1973 bringt der Dienst Wiener Familien mit Leihomas zusammen. Er unterstützt insbesondere Eltern mit ungewöhnlichen Arbeitszeiten, beim beruflichen Wiedereinstieg oder während einer Weiterbildung. Auch Familien ohne Betreuungsplatz nutzen das Angebot. Die vermittelten Frauen werden persönlich ausgewählt, geschult und müssen eine Strafregisterbescheinigung vorlegen.

Bereits 2016 hatte Wien die Förderung gestrichen, die Entscheidung nach öffentlicher Kritik jedoch zurückgenommen. Der Familienverband hofft erneut auf ein Einlenken und appelliert an Bürgermeister Michael Ludwig sowie die Stadtregierung, den Fortbestand des Dienstes zu ermöglichen.