Sonntag 25. Oktober 2026

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Georg Schimmerl
25.10.2026

Schönborn: Den eigenen Glauben kennen und weitergebe

Kardinal Christoph Schönborn betont die Bedeutung von Glaubenswissen und einer Kirche, in der Bischöfe und Gläubige aufeinander hören. Bei einem Symposium an der Universität Wien erinnerte er zugleich an Joseph Ratzinger als bedeutenden Theologen und bescheidenen Menschen.

„Man darf auch etwas wissen über unseren Glauben“: Mit diesen Worten warb Kardinal Christoph Schönborn für die Beschäftigung mit dem Katechismus der Katholischen Kirche. Dieser fasse die Grundlagen des katholischen Glaubens zusammen und helfe, sie verständlich weiterzugeben – auch in einer Kirche, die weltweit unterschiedliche Kulturen und Lebenswelten verbindet.

 

Beim internationalen Symposium „Joseph Ratzingers Theologie im Widerstreit“ vom 22. bis 24. Oktober in Wien blickte Schönborn auf seine Mitarbeit am Weltkatechismus zurück. Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., hatte ihn als Redaktionssekretär mit dieser Aufgabe betraut. Die fünf Jahre bis zur Fertigstellung bezeichnete Schönborn als die spannendste Aufgabe seines Lebens. Der 1992 vorgelegte Katechismus verdiene es, gelesen und genutzt zu werden.

 

Gemeinsam Verantwortung tragen

 

Auch das Verhältnis zwischen Bischöfen und Gläubigen kam zur Sprache. Für Schönborn gehören das Bischofsamt und die Mitwirkung des Volkes Gottes untrennbar zusammen. Ein Bischof müsse zuhören, die Sorgen der Menschen kennen und ihren Rat ernst nehmen. Gläubige hätten ihrerseits die Pflicht, auf Missstände hinzuweisen – auch beim Bischof selbst.

Die besondere Verantwortung des Bischofs bleibe dabei bestehen: Seine Aufgabe als Hirte könne er nicht abgeben. Kirchliches Miteinander brauche deshalb beides: Beteiligung und klare Verantwortung.

 

Erinnerungen an Joseph Ratzinger

 

Schönborn schilderte Ratzinger als liebenswürdigen und demütigen Menschen. In dessen Schülerkreis habe ein offenes Gesprächsklima geherrscht, auch nach seiner Wahl zum Papst. Seine außergewöhnliche Intelligenz habe Ratzinger nie dazu eingesetzt, sich über andere zu stellen.

Das Symposium war ein Auftakt zum 100. Geburtstag Ratzingers am 16. April 2027. Die Veranstalter Jan-Heiner Tück und Thomas Marschler wollten sein theologisches Werk kritisch würdigen – mit Raum für Anerkennung und Auseinandersetzung.