Möglicherweise haben auch Sie eine E-Mail von HWPL Österreich mit einer Einladung zur Zusammenarbeit erhalten. Hinter HWPL steht die südkoreanische Neureligion Shincheonji. Die Kontaktaufnahme zu christlichen Kirchen und Gemeinden ist Teil der Strategie der Gruppe, um Beziehungen aufzubauen und die eigene Organisation bekannter zu machen.
Die Gefahr einer Instrumentalisierung durch Shincheonji ist dabei hoch. Bereits die Teilnahme an Veranstaltungen wird häufig zu Werbezwecken für die Organisation und ihre Initiativen genutzt, wie auch aus den versendeten Informationsunterlagen hervorgeht.
Von einer Teilnahme an Veranstaltungen von Shincheonji oder ihr nahestehenden Organisationen wird daher abgeraten. Auch bleibt unklar, wie personenbezogene Daten verarbeitet und weiterverwendet werden.
Wer von Missionarinnen oder Vertreterinnen von Shincheonji kontaktiert wird, sollte Einladungen zu Veranstaltungen oder Seminaren freundlich, aber bestimmt ablehnen. Auf entsprechende Schreiben muss nicht reagiert werden. In manchen Fällen berichten Pfarren und Gemeinden auch von wiederholten telefonischen Kontaktversuchen. Lassen Sie sich davon nicht unter Druck setzen. Bei Fragen oder Unterstützungsbedarf können Sie sich jederzeit an Johannes Sinabell, in der Erzdiözese Wien zuständig für Weltanschauungs- und Sektenfragen wenden.
Kurzinfo zu Shincheonji
Shincheonji (auch Shinchonji, übersetzt „Neuer Himmel und neue Erde“) ist eine 1984 von Man-Hee Lee in Südkorea gegründete Neureligion. Lee wird von seinen Anhänger*innen als der „verheißene Pastor der Endzeit“ angesehen; ihm werden dabei besondere geistliche Eigenschaften bis hin zu körperlicher Unsterblichkeit zugeschrieben.
Aus theologischer Sicht werden insbesondere der exklusivistische Wahrheitsanspruch, die starke Endzeitorientierung, Neuoffenbarungen sowie ein ausgeprägtes dualistisches Weltbild kritisch bewertet.
Im Zuge von Gesprächen mit Betroffenen wird häufig über Themen wie fanatische Anhängerschaft, Konflikte in Familien und Beziehungen, Angstzustände, Missionierungsstrategien mit Tarnorganisationen und Decknamen, Versuche der Einflussnahme auf Kirchengemeinden sowie psychische Belastung von Interessenten und deren sozialem Umfeld berichtet.