Rund 900 Christen unterschiedlicher Konfessionen nehmen an diesem Freitag und Samstag in der Wiener Ankerbrotfabrik an der ökumenischen Führungskräfte-Konferenz "LEAD26" teil. Unter dem Motto "Lead like Jesus" steht ein christliches Verständnis von Führung nach dem Vorbild Jesu im Mittelpunkt. Die Tagung richtet sich an Führungskräfte aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, darunter Kirche, Politik, Wirtschaft, Bildung, Sport und Kultur. Thematisiert werden unter anderem dienendes Leiten, Charakterbildung und integre Führung sowie die Förderung der nächsten Generation.
In seinem Eröffnungsreferat bezeichnete der Londoner Pastor Nicky Gumbel, international bekannt als Pionier der "Alpha-Kurse", die jüngere Generation als die "am meisten verbundene und zugleich einsamste Generation" aller Zeiten. Diese Entwicklung biete eine große Chance, Menschen mit den Visionen des Evangeliums vertraut zu machen. Ein Leben ohne eine durch die Begegnung mit Jesus Christus ermöglichte Vision sei schlimmer, als physisch blind zu sein. "Die schlimmste Ungerechtigkeit wäre es, unsere Mitmenschen durchs Leben gehen zu lassen, ohne dass sie Jesus begegnen", sagte Gumbel.
Die Konferenz widmet sich bis Samstag Aspekten christlicher Führung. Auf dem Programm stehen Vorträge und Workshops zu Themen wie Diensthaltung und Führungsstil, Charakterbildung, integre Leitung sowie dem "Erbe von Leadership in unserem Land". Dabei sollen auch Herausforderungen und Verantwortung von Führungskräften in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen beleuchtet werden.
Zu den Vortragenden zählen der deutsche Schauspieler und Autor Samuel Koch, der Pädagoge und Historiker Roland Bernhard von der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Niederösterreich, die Nationalratsabgeordnete Gudrun Kugler sowie der in Boston tätige Unternehmensberater Matthias Ehrhardt, Gründer des Autoris Leadership Institutes. In Workshops diskutieren Fachleute unterschiedlicher Parteien und Konfessionen über Fragen aus Kirche, Bildung, Sozialem, Sport, Medien, Kunst, Kultur, Wirtschaft und Politik.
Die evangelische Pfarrerin Alexandra Battenberg, eine der Initiatorinnen der Konferenz, sieht im christlichen Führungsverständnis eine Alternative zu hierarchischer Machtausübung. Führung werde häufig mit Herrschaft gleichgesetzt. Das Motto "Lead like Jesus" stehe dagegen bewusst für "dienendes Leiten", das Menschen befähige und stärke, anstatt sie zu beherrschen. Peter Zalud, ebenfalls Mitglied des Leitungsteams und Vorsitzender der Freikirchen Österreichs, verwies auf die besondere Verantwortung christlicher Führungskräfte. Aus seiner langjährigen Erfahrung im leitenden Polizeidienst wisse er, wie stark Haltung und Charakter von Vorgesetzten die Mitarbeitenden beeinflussten.
Ein Grußwort an die Teilnehmer kam vom Wiener Erzbischof Josef Grünwidl. Er wünschte ihnen, immer tiefer in die persönliche Beziehung zu Jesus Christus hineinzuwachsen und sich von ihm leiten und formen zu lassen. "Bleiben Sie für ihn verfügbar! Er braucht Sie", so der Erzbischof.
Die LEAD-Konferenz soll künftig alle zwei Jahre stattfinden. Getragen wird das ökumenische Projekt von einer breiten Allianz christlicher Kirchen und Bewegungen, darunter die Erzdiözese Wien, Alpha, Campus für Christus, der Weg der Versöhnung, der Evangelische Pfarrerinnen- und Pfarrergebetsbund sowie die Freikirchen Österreichs.
Quelle: kathpress