Das Hospiz Camillus im Pflegekrankenhaus in Wien-Ottakring bietet seit September acht Plätze für Menschen mit unheilbaren Erkrankungen. Der Fokus des Hospiz liegt auf der interdisziplinären und empathischen Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase und ihren Angehörigen.
Grünwidl: Das entscheidende ist immer die gelebte Barmherzigkeit
Josef Grünwidl zeigte sich in seinen Worten überzeugt: „Menschenwürdig leben bis zum letzten Atemzug und in Würde sterben können, ist ein ganz großes Thema. Ich lege Wert darauf, dass wenn man aus dem Leben scheiden will es nicht nur den assistierten Suizid gibt, sondern auch viele andere Möglichkeiten wie die Pflege, Begleitung und Betreuung die in einem Hospiz geboten wird.“ Der ernannte Erzbischof erinnerte daran, dass die Gründerin der Hospizbewegung vier Dimensionen der Begleitung und Pflege im Blick hatte: Der physische und der psychische Schmerz sollen gelindert oder wenn möglich genommen werden und das soziale und spirituelle Leid sollen gelindert werden. „Ich nehme an, das wissen alle, die hier arbeiten, dass durch das Loslassen auch soziale Spannungen zu Tage treten können und dass auch die letzten Fragen spirituelles Leid und Not und vielleicht auch Ratlosigkeit aufbrechen können.“
Nach dem Verkünden des Evangeliums vom Barmherzigen Samariter spannte Grünwidl den Bogen: „Vom Barmherzigen Samariter zum Haus der Barmherzigkeit ist es nicht weit. Er hat den Verletzten in eine Herberge genbracht und das lateinische Wort für Herberge ist Hospiz.“
Das entscheidende, so Grünwidl weiter, sei immer die Liebe, die gelebte Barmherzigkeit.
Schließlich erläuterte Grünwidl, dass der Heilige Camillus, nach dem das Hospiz im Haus der Barmherzigkeit benannt ist, immer im Ordensgewand und mit ein oder zwei Engeln dargestellt wird. Das bedeute, dass durch diesen Menschen etwas von der Liebe Gottes erfahrbar geworden sein „und ich bin mir sicher, dass Sie, die Sie hier arbeiten in den verschiedensten Bereichen auch als gute Engel wahrgenommen werden, als Wegbegleiter auf einem Lebensabschnitt der zum Leben dazugehört.“
„Mit dem Tod hört ja nicht das Leben auf, sondern das Sterben. Als Christ vertraue ich darauf, dass der Tod ein Hinübergehen sein wird,“ so Josef Grünwidl.
Am Schluss spendete Josef Grünwidl Gottes Segen für die Menschen, die im Hospiz Tag für Tag arbeiten und für die Menschen, die hier nur kurz ein Zuhause finden.