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22.05.2013

Christi Himmelfahrt und Fronleichnam nicht verschiebbar

Feiertage schützen das Gut einer "kollektiven Atempause der Gesellschaft".

Arbeitsfreie Feiertage und Sonntage sind ein hohes Kulturgut für die ganze Gesellschaft, wofür die katholische Kirche eine breite Allianz initiiert hat, an der mehr als 50 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und anderen christlichen Kirchen beteiligt sind: Daran erinnert der Sprecher der Österreichischen Bischofskonferenz, Paul Wuthe, als Reaktion auf den Vorschlag der Industriellenvereinigung (IV), jene Feiertage, die auf einen Donnerstag fallen - also Christi Himmelfahrt und Fronleichnam -, auf Freitage zu verschieben, um lange Wochenenden durch Fenstertage zu verringern. Dies würde die Planungssicherheit und die wirtschaftliche Produktivität verringern, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer in der ZIB 24 am Mittwoch, 11. April 2013.

 

60 Tag nach Ostern ist Fronleichnam

Dabei könne die Kirche nicht mitgehen, denn es treffe den Kern der Feiertage, entgegnete Wuthe: "Wo Fronleichnam drauf steht, muss auch Fronleichnam drin sein, und das feiern die Gläubigen nun einmal an einem Donnerstag, und zwar 60 Tage nach Ostern. Christi Himmelfahrt wird 40 Tage nach Ostern gefeiert, und auch das ist immer ein Donnerstag", argumentierte der Sprecher der Bischofskonferenz auf dem Blogportal von www.katholisch.at. Die katholische Kirche lehne diesen "komischen Etikettenschwindel" daher ab.

 

Sowohl Christi Himmelfahrt als auch Fronleichnam seien "im Leben der Gläubigen und in der Gesellschaft stark verankert", was sich unter anderem an den Fronleichnamsprozessionen unter Teilnahme von österreichweit Hunderttausenden Gläubigen manifestiere. Und selbst jene Menschen, die von diesen religiös begründeten Feiertage "keinen religiösen Gebrauch machen" - wie Kardinal Christoph Schönborn bereits zu Ostern hervorhob -, würden von den arbeitsfreien Tagen und damit auch vom Einsatz der Kirche für die Wahrung dieses "hohen Kulturgutes für die ganze Gesellschaft" profitieren.

 

Auch Nicht-Katholiken profitieren

Die rechtliche Absicherung der gesetzlichen Feiertage durch das Konkordat komme in Zeiten von steigendem Arbeitsdruck somit allen Menschen - "auch denen, die nicht offiziell" bei der katholischen Kirche sind - zugute. Die Absicherung der Feiertage schütze das Gut einer "kollektiven Atempause der Gesellschaft" und "identitätsstiftender Oasen der Ruhe", die keineswegs eine Verringerung der Arbeitsleistung bedeuten müssten, so Wuthe gegenüber in der "Kleinen Zeitung".