Christine Mann, die Leiterin des Erzbischöflichen Amtes für Unterricht und Erziehung der Erzdiözese Wien, ist am Dienstag, 25. Juni 2013, mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet worden. Überreicht hat die hohe Auszeichnung Staatssekretär Josef Ostermayer in Vertretung von Bundeskanzler Werner Faymann.
Christine Mann wurde 1948 geboren und studierte Theologie und Rechtswissenschaften. Seit 1995 leitet die kirchliche Bildungsexpertin das Wiener Erzbischöfliche Schulamt, seit 2001 ist sie auch auf Bundesebene als Geschäftsführende Leiterin des Interdiözesanen Amts für Unterricht und Erziehung tätig. 2011 wurde sie zudem Präsidentin des "Comité Européen pour l'Enseignement Catholique" (CEEC), das für fast 30.000 katholische Schulen und 7,5 Millionen Schüler in ganz Europa zuständig ist.
Staatssekretär Ostermayer betonte in seiner Ansprache die freie Religionsausübung als ein Grundrecht in Österreich, das allen Menschen gleichermaßen zustehe. Die Politik habe dieses Recht zu respektieren, zu schützen und notfalls auch zu verteidigen. "Wir respektieren alle Kirchen und Religionsgesellschaften, insbesondere die römisch-katholische Kirche als größte unter ihnen, als wichtige gesellschaftliche Kraft in unserem Land", so Ostermayer. Sie würden Leistungen nicht nur für ihre eigenen Mitglieder erbringen, sondern für die ganze Gesellschaft.
Diese Leistungen der Kirche ließen sich etwa im Bildungssektor verorten, den Christine Mann "in den vergangenen Jahren entscheidend mitgeprägt" habe. Etwa 70.000 Schülerinnen und Schüler besuchen in Österreich 335 katholische Privatschulen. Auch im Bereich der Kinderbetreuung, im Sozialbereich, im Gesundheitswesen und im Denkmalschutz leiste die römisch-katholische Kirche viel, so der Staatssekretär.
Zwischen Staat und Kirche fänden sich überdies viele Übereinstimmungen, "etwa wenn es um die Bekämpfung von Armut, die Forcierung von Integration, um ein gemeinsames Auftreten gegen Rassismus oder um den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft geht", erklärte Ostermayer. Nicht umsonst habe Bundeskanzler Faymann schon mehrmals Vertreter aller Kirchen und Religionsgesellschaften in das Bundeskanzleramt eingeladen, um gemeinsame Positionen für ein Miteinander in Österreich "auszuloten und zu stärken". In manchen gesellschaftspolitischen Fragen wie der Bioethik, in denen es unterschiedliche Auffassungen gebe, ist nach den Worten Ostermayers ein Austausch wichtig, um so die verschiedenen Beweggründe zu verstehen.
"Dialog kann man nicht verordnen", sagte der Staatssekretär. Dazu brauche man "verlässliche Partner", die an gemeinsamen, stabilen Lösungen interessiert sind. "Frau Hofrätin Mann ist eine Person, die auf Dialogbereitschaft setzt" und das Gemeinsame vor das Trennende stelle.