"Wie wichtig sind doch Großeltern im Leben der Familie, um jenes Erbe an Menschlichkeit und an Glauben weiterzugeben, das wesentlich ist für jede Gesellschaft. Und wie wichtig sind die Begegnung und der Dialog zwischen den Generationen, vor allem im Kreis der Familie", sagte Franziskus vom Balkon des Erzbischöflichen Palais in Rio de Janeiro vor mehreren Zehntausend Menschen. Er sprach dann ebenfalls auf dem Balkon das Angelus-Gebet. Der Papst erinnerte an das am Freitag, 26. Juli 2013, gefeierte Joachim-und-Anna-Fest. In den romanischen Ländern wird es als "Fest der Großeltern" begangen.
Franziskus erwähnte, dass die Großeltern Jesu, Joachim und Anna, die Eltern Marias, der Mutter Jesu ein Aufwachsen "umgeben von ihrer Liebe und ihrem Glauben" ermöglicht hätten. "In deren Haus hat sie gelernt, auf den Herrn zu hören und seinem Willen zu folgen".
Auf dem derzeitigen Weltjugendtag (WJT) in Rio, zu dem Franziskus am Montag nach Brasilien gereist war, sollten die Jugendlichen ihre Großeltern "mit großer Herzlichkeit" grüßen und ihnen für ihr Zeugnis der Weisheit danken, so der Papst. Er betonte den "unschätzbaren Wert der Familie als bevorzugter Ort der Weitergabe des Glaubens". Anschließend lud er die Menschen vom Balkon der Residenz aus ein, mit ihm das Ave Maria zu beten. Dabei sollten sie sich "wie eine einzige große Familie fühlen".
Am Morgen hatte der Papst nach der Frühmesse zunächst im Park "Quinta da Boa Vista" im Zentrum Rios Jugendlichen in spanischer, italienischer und portugiesischer Sprache die Beichte abgenommen und ihnen das Sakrament der Versöhnung gespendet. Danach fuhr er in die Bischofsresidenz. Das letzte Stück legte er im offenen Papamobil zurück, vorbei an mehreren hunderttausend Teilnehmern. Dabei verließ er teilweise das Fahrzeug und ging direkt zu den jubelnden Menschen hinter den Absperrungen, um sie persönlich zu begrüßen und zu umarmen. An vielen Orten entlang der Fahrtstrecke kam es zu Feierszenen begeisterter Jugendlicher. Nach tagelangen Regenfällen war das Wetter diesmal trocken und sonnig.
In der Residenz traf der Papst zunächst hinter verschlossenen Türen mit jugendlichen Strafgefangenen zusammen. Das Gespräch mit ihnen hatte er sich nach Angaben von Vatikansprecher Federico Lombardi ausdrücklich gewünscht.
Nach dem Angelusgebet begegnete Franziskus auch den Mitgliedern des WJT-Organisationskomitees sowie Sponsoren der Großveranstaltung und dankte ihnen für ihren Einsatz. Gemeinsam mit Erzbischof Orani Joao Tempesta und zwölf Jugendlichen - jeweils einem Burschen und einem Mädchen von jedem Kontinent sowie aus Brasilien - wurde dann das Mittagessen eingenommen.