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09.09.2013

Vor 30 Jahren: Erster Papstbesuch in Österreich

Jubiläumsmesse am 13. September beim Papstkreuz im Donaupark

Nicht eine "Papst-Show", sondern "ein spirituelles Ereignis" sollte die erste Pastoralreise Johannes Pauls II. 1983 in Österreich werden, erzählt Weihbischof Helmut Krätzl, damals Mitglied des Organisationsteams. "Daher haben wir gemeinsam mit der Katholischen Aktion den Papstbesuch in einem Katholikentag eingebettet." Die Großveranstaltung sollte zu einem "Modell für die künftigen Papstbesuche in Europa" werden. Johannes Paul II. habe sich als "Meister der Kommunikation" erwiesen, die Situation der katholischen Kirche in Österreich sei jedoch nur unzureichend zur Sprache gekommen, bedauerte Krätzl. Der Wiener emeritierte Weihbischof äußerte sich in einem Interview für die Franziskaner-Zeitschrift "antonius".

 

Krätzl erzählt, er sei im Vorfeld von Kardinal Franz König beauftragt worden, die Vorbereitungen auf den Papstbesuch zu treffen und die entsprechenden Verhandlungen mit Rom zu führen. Durch die Einbindung der Katholischen Aktion bei der spirituellen Gestaltung sei - ganz im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils - die Mitverantwortung der Laien an der Erneuerung der Kirche betont worden. "Rückblickend kann ich mit Stolz sagen, dass der Papstbesuch nicht nur eine gelungene Massenveranstaltung und ein starkes Signal nach innen und außen war, sondern auch einen spirituellen Impuls ausgelöst hat."

 

Nervosität im Vorfeld – grandiose Stimmung bei Festmesse

Dass es im Vorfeld Diskussionen um die sogenannten "heißen Eisen" gab und etwa in der Diözese Linz die Frauenfrage stark ventiliert wurde, habe offenbar zu "Nervosität" in Rom geführt, erinnert sich der 81-jährige Bischof. Der damalige deutsche Kurienbischof Paul Josef Cordes sollte die Vorbereitungsarbeiten beobachten. Letztlich seien alle Beteiligten mit der Organisation sehr zufrieden gewesen. Ein besonderes Highlight sei die - trotz des starken Regens  - "grandiose" Stimmung bei der Festmesse im Donaupark gewesen. Johannes Paul II. habe seine Predigt ungekürzt gehalten, immer wieder den Kontakt mit den Gläubigen gesucht und es als gelernter Schauspieler meisterhaft verstanden, "im richtigen Moment die richtigen Gesten und Pointen zu setzen", sagt Krätzl.

 

"Leider kein Raum für kritische Fragen"

Leider habe es für die österreichischen Bischöfe aber "keine Möglichkeit gegeben, den Papst direkt mit kritischen Fragen zu konfrontieren". Bei einem gemeinsamen Abendessen mit ihm bei Kardinal König sei nur über die Geschichte der Habsburger gesprochen worden, "kein Wort" jedoch über die aktuelle Situation in der katholischen Kirche. Dass wie auch bei anderen Papstbesuchen nur Raum für eine kurze Begegnung war, aber "keine wirklichen Gespräche" zwischen Papst und Ortsbischöfen, habe er "zutiefst bedauert" und halte es "bis heute für einen Fehler".

 

Gedenkmesse beim Papstkreuz im Donaupark

Beim Papstkreuz im Wiener Donaupark, wo Johannes Paul II. 1983 mit rund 350.000 Gläubigen eines Messe feierte, findet am 13. September, ab 19.00 Uhr ein Jubiläumsfest statt: Bundesjugendseelsorger Pater Jean-Davide Lindner leitet gemeinsam mehreren Priestern einen Gottesdienst, anschließend findet eine Eucharistische Anbetung bis 24.00 Uhr statt. Die Veranstaltung ist Teil des "Nightfever Wien", das von jungen Christen organisiert wird.