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07.05.2014

Caritas Wien plant Hotelprojekt in Praternähe

Begegnungsort für Flüchtlinge, Studenten und Touristen

Die Caritas der Erzdiözese Wien plant ein bemerkenswertes Hotelprojekt in unmittelbarer Nähe zum Prater: Bis Jänner 2015 soll in einem bisherigen Tageszentrum für Obdachlose in der Laufbergergasse zwischen Donaukanal und Prater Hauptallee ein "lebendiger, zeitgemäßer Begegnungsort für Flüchtlinge, StudentInnen und Touristen aus aller Welt geschaffen" werden, teilte die Caritas am Mittwoch, 7. Mail 2014, mit.

 

Hotel mit sozialem Mehrwert

Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner zu dem Vorhaben: "Unser Hotel ist mehr als ein gewöhnliches Hotel. Wir wollen jungen Menschen egal welcher Herkunft, die es am Arbeitsmarkt schwerer haben, die oft jahrelang zum Nichtstun verdammt sind, die Möglichkeit geben, an einem spannenden innovativen Projekt mitzuarbeiten."

 

Eingebunden in die Planungen für das "Budget Hotel" sind Flüchtlinge, Freiwillige und Profis aus der Hotellerie. Rund 30 sozial benachteiligte Jugendliche sollen dort einen Ausbildungs-bzw. Arbeitsplatz finden. Menschen mit unterschiedlichen kulturellen, sozialen und professionellen Backgrounds werden gemeinsam für das Wohl der Gäste sorgen, kündigte die Caritas an. Neben dem "sozialen Mehrwert" sollen Besuchern vielfältige Services geboten werden, angedacht seien Kinderbetreuung, Radverleih, Garten, Cityjogging, W-Lan u.a.m. Die Lage direkt am Prater mit seinen Vergnügungs- und Sportmöglichkeiten, die Nähe zum Zentrum und zur Wiener Messe könnten das 80-Zimmer-Hotel für Kulturinteressierte, Geschäftsreisende und Familien aus aller Welt zu einem attraktivem Aufenthaltsort in Wien, hoffen die Initiatoren.

 

Einrichtung aus Möbelspenden

Durch die Verwendung von Mobiliar aus Caritas-Beständen und Spenden sowie Einrichtungsgegenständen aus Hotelauflösungen sollen die Investitionskosten und der Ressourceneinsatz möglichst gering gehalten werden. Das Haus im 2. Wiener Gemeindebezirk verfügt über einen schönen Innenhofgarten, im großzügigen Erdgeschoß soll eine lebendige Begegnungszone entstehen. Bereits in der Neugestaltung würden Flüchtlinge und Freiwillige über die Caritas-Freiwilligenarbeit und die "youngCaritas" intensiv eingebunden, teilte die Caritas mit.

 

Auf der Liegenschaft in der Laufbergergasse stand ursprünglich eine Villa der Musikerfamilie Harnoncourt, 1956 kaufte die Caritas das Grundstück mit US-Hilfe, um hier ungarische Studenten nach dem Volksaufstand gegen das KP-Regime unterzubringen. Ab 1975 betrieb die Caritas am Standort ein Pflegeheim, bis Ende April übergangsweise ein Tageszentrum für Obdachlose. In den kommenden Monaten soll die Anlage nun renoviert und für den Hotelbetrieb umgebaut werden.

 

Die katholische Hilfsorganisation betreibt bereits einen Supermarkt, ein Restaurant in der Wiener City und ein Recycling-Projekt für alte Mobiltelefone.