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24.06.2014

Katholische Verbände: "Schranken gegen Euthanasie aufbauen"

Verfassungsverankerung des Verbots der aktiven Sterbehilfe unterstützt.

Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände (AKV) spricht sich für eine Verankerung des Verbots der aktiven Sterbehilfe in der Verfassung aus und unterstützt die laufende parlamentarische Bürgerinitiative "An der Hand ..." zu diesem Thema. Das vorgeschlagene Verfassungsverbot sei "ein dringendes gesellschaftspolitisches Anliegen, das umfassend beraten werden müsse", teilte AKV-Präsident Helmut Kukacka mit. Angesichts "starker Kräfte in Europa, die in Richtung einer Freigabe der Tötung auf Verlangen drängen", gelte es in Österreich "rechtzeitig Schranken gegen Euthanasie aufzubauen".

 

Hospiz- und Palliativversorgung stärken

In jenen Ländern, wo Euthanasie erlaubt sei, fielen "immer mehr Schranken", verwies Kukacka auf die vor wenigen Monaten in Belgien beschlossenen Gesetze zur Sterbehilfe bei Kindern. In Österreich solle stattdessen die Hospiz- und Palliativversorgung politisch gestärkt und finanziell ausgebaut werden, um eine "breit unterstützte Alternative zum Weg der Euthanasie und der aktiven Sterbehilfe" zu entwickeln, forderte der AKV-Präsident.

Die von den Regierungsparteien SPÖ und ÖVP angekündigte baldige Konstituierung der parlamentarischen "Enquete-Kommission" zum Thema "Würde des Menschen am Ende des Lebens", begrüßte Kukacka als "wichtigen Schritt zur Klärung grundsätzlicher ethischer und rechtspolitischer Fragen".

 

Österreichischer Weg

Am vergangenen Mittwoch 18. Juni 2014,  hatte sich auch die Österreichische Bischofskonferenz zum Abschluss ihrer Sommervollversammlung in Mariazell für eine verfassungsrechtliche Verankerung des Verbots der aktiven Sterbehilfe ausgesprochen und zur Unterzeichnung der Bürgerinitiative aufgerufen. Kardinal Christoph Schönborn äußerte zudem seine Hoffnungen zur Arbeit der parlamentarischen Enquete-Kommission. Er erwarte sich, dass die Volksvertreter "die Stimmen der Bevölkerung in die Debatte einbringen", sagte Schönborn. Der österreichische Weg einer "vorbildlichen Alternative zum Weg der Euthanasie" müsse weitergegangen werden.