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Das Lieblingsgebet von Bischofsvikar Msgr. Dr. Werner Freistetter ist das „Wessobrunner Gebet'.
der Sonntag / dersonntag.at /kathbild.at
20.11.2014

Dank und Bitte

Das Lieblingsgebet von Bischofsvikar Msgr. Dr. Werner Freistetter ist das „Wessobrunner Gebet".

Eines meiner Lieblingsgebete ist das „Wessobrunner Gebet“. Es ist das älteste Gebet in deutscher Sprache (ursprünglich althochdeutsch):

 

„Das erfragte ich unter den Menschen

als gewaltigstes Wunder:

 

Als Erde nicht war noch hoher Himmel,

noch Baum noch Berg nicht war,

noch Sonne nicht schien noch Stern,

noch Mond nicht leuchtete

noch das mächtige Meer,

als nirgends nichts war aller Enden und Wenden:

 

da war der eine allmächtige Gott,

der Herren mildester;

bei ihm viele Geister voll Herrlichkeit.

Doch eher als sie war der heilige Gott.

 

Allmächtiger Gott,

der du Himmel und Erde geschaffen

und den Menschen viel Gutes gegeben hast,

verleihe mir in deiner Huld den rechten Glauben,

gewähre mir Weisheit und Klugheit und Kraft,

dem Verderber zu widerstehen,

das Böse zu meiden

und deinen Willen zu vollbringen. 

Amen.“

 


Der erste Teil ist ein Schöpfungshymnus und hat mich an einem Abend am Meer sehr berührt. Der zweite Teil ist eine Bitte um das, was wir im Leben des Glaubens brauchen: Weisheit, Klugheit und Kraft, um dem Verderber zu widerstehen, das Böse zu meiden und den Willen Gottes, der uns zum Guten und zur Liebe leitet, zu vollbringen.

 

Dank und Bitte sind wichtige Schritte für jedes Beten. Und dieses Vertrauen dürfen wir beim Beten haben: dass Gott uns Weisheit, Klugheit und Kraft schenken wird.