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30.08.2015

Flüchtlingsdrama auf A4: Gottesdienst im Stephansdom am Montag

"radio klassik Stephansdom" überträgt den Gottesdienst am 31. August um 19 Uhr live.

Mit einem öffentlichen Gedenkgottesdienst im Wiener Stephansdom soll am Montag um 19 Uhr der in einem Schlepper-Fahrzeug zu Tode gekommenen Flüchtlingen gedacht werden. Geleitet wird die Messe von Kardinal Christoph Schönborn, der alle Kirchen bat, zu diesem Zeitpunkt die Glocken läuten zu lassen. Dieser Bitte haben sich bereits die Diözesen Graz-Seckau und St. Pölten angeschlossen. Die Diözese Feldkirch lädt Tags darauf um 19 Uhr zu einem Gebet für die toten Flüchtlinge auf dem Bregenzer Gebhartsberg ein. Auch die nur selten erklingende Hauptglocke des Stephansdoms, die Pummerin, wird am Montag um 19 Uhr ertönen und die Gedenkmesse einleiten. Im Anschluss an die Messe sind die Teilnehmer eingeladen, vor der Osterkerze ein Licht für die Opfer zu entzünden.

 

Not der Flüchtlinge

"Mein Mitgefühl ist bei jenen Menschen, die diesen unvorstellbar qualvollen Tod erleiden mussten", sagte Schönborn, der sich derzeit in Rom aufhält, am Donnerstag via "Kathpress", und weiter: "Mit einem Schlag macht diese furchtbare Tat die menschliche Not der Flüchtlinge deutlich, die von uns allen eine großherzige Haltung verlangt - und mutige Entscheidungen." Schönborn zeigte sich zudem entsetzt über die "unbeschreibliche Menschenverachtung der Schlepper". Europa müsse endlich geeint vorgehen, "um diesen Kriminellen mit allen zulässigen Mitteln das Handwerk zu legen".

 

Europa hat Unschuld verloren

Scharfe Worte in Richtung EU richtete der burgenländische Bischof Zisfkovics. Längst habe Europa seine Unschuld verloren: "Der europäische Gedanke, ein Raum des Friedens, der Freiheit und des Rechts zu sein, wird pervertiert durch die humane Visionslosigkeit der europäischen Eliten." Der Bischof forderte eine gesamteuropäische Strategie als Antwort auf die aktuelle Flüchtlingskatastrophe. Diese müsse auch seitens der österreichischen Bundesregierung "mit viel mehr Entschiedenheit als bisher" eingefordert werden.