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29.09.2015

Botschaft zum Weltjugendtag in Krakau: Selig die Barmherzigen

Papst ermutigt Jugendliche in Vorbereitung auf Krakau, jeden Monat eine Tat der Barmherzigkeit zu vollbringen

„Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden“ (Mt 5,7): Unter diesem Motto steht die Papst-Botschaft. Sie fügt sich damit thematisch in das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ein. Franziskus schwebt für Krakau „ein richtiges Jubiläum der Jugendlichen auf Weltebene“ zum Thema Barmherzigkeit vor.

 

Bedeutender Moment des Jahres der Barmherzigkeit

Der Weltjugendtag vom 26. bis 31. Juli 2016 im polnischen Krakau wird nach Worten von Papst Franziskus einer der bedeutendsten Momente des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit werden. In einer Botschaft zum 31. internationalen Jugendtreffen rief er die Jugendlichen auf, im kommenden Jahr die Werke der leiblichen und der geistlichen Barmherzigkeit zu entdecken und selbst zu praktizieren.

 

Das „beredteste Zeichen von Gottes Barmherzigkeit“ ist nach Ansicht des Papstes das Kreuz; hier lasse sie sich buchstäblich „berühren“. Er empfiehlt seinen Lesern die „Werke der Barmherzigkeit“ und bemerkt dann: „Wie ihr seht, ist die Barmherzigkeit weder ein „Alles-Gutheißen“ noch reine Gefühlsseligkeit. Hier bewahrheitet sich die Echtheit unseres Jüngerseins Christi, unsere Glaubwürdigkeit als Christen in der heutigen Welt.“

 

Barmherzigkeit bedeute "weder alles gutheißen noch reine Gefühlsseligkeit", betonte Franziskus, gerade in der Barmherzigkeit erweise sich die Glaubwürdigkeit der Christen in der Welt, so der Papst. In seiner Botschaft erklärt er weiters: „In Jesus spricht alles von Barmherzigkeit. Ja, Er selber ist die Barmherzigkeit.“ Gottes Barmherzigkeit sei „sehr konkret“, er warte auf uns und könne unser ganzes Leben verändern. 

 

Franziskus wörtlich: „Es mag sein, dass einer von euch eine Last auf dem Herzen hat und denkt: Ich habe das gemacht, ich habe jenes gemacht … Fürchtet euch nicht! Er wartet auf euch! Er ist Vater: Er wartet immer auf uns!“ In der Beichte könne jeder „auf die barmherzige Umarmung des Vaters treffen“.

 

Jeden Monat ein Werk der Barmherzigkeit

 Junge Leute sollten sich zur Vorbereitung auf den Weltjugendtag jeden Monat „ein leibliches und ein geistiges Werk der Barmherzigkeit auswählen“ und es in die Tat umsetzen. Denn die Botschaft der göttlichen Barmherzigkeit stelle ein "sehr konkretes und herausforderndes Lebensprogramm" dar, weil es vom Menschen nicht nur Worte sondern auch Taten verlange.

 

Franziskus forderte die jungen Katholiken auf, die Werke der leiblichen Barmherzigkeit neu zu entdecken: Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Nackte bekleiden, Fremde aufnehmen, Kranke pflegen, Gefangene besuchen, Tote begraben. Dabei sollten sie freilich nicht die geistigen Werke der Barmherzigkeit vergessen: Zweifelnden recht raten, Unwissende lehren, Sünder zurechtweisen, Betrübte trösten, Beleidigungen verzeihen, Lästige geduldig ertragen, für Lebende und Verstorbene zu Gott beten. Und so lud Franziskus die Jugendlichen ein, jeden Monat eines dieser Werke in die Tat umzusetzen.

 

 

2 große Apostel der Barmherzigkeit

Als glücklichen Umstand bezeichnete er die Wahl des Veranstaltungsortes Krakau für das Jugendtreffen im Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit. Mit dem heiligen Papst Johannes Paul II. und der Mystikerin Faustyna Kowalska hätten hier "zwei große Apostel der Barmherzigkeit unserer Tage" gelebt. Die Stadt erwarte die Jugendlichen aus aller Welt "mit offenen Armen und Herzen", versicherte Franziskus.

 

Zu dem Treffen erwarten die Organisatoren eine Teilnahme ähnlich wie beim vorletzten Treffen vor vier Jahren in Madrid, als rund 1,7 Millionen junge Katholiken mit dem Papst beteten, feierten und ihren Glauben bekannten.

 

Die Botschaft wurde relativ früh veröffentlicht, was Stefan Kempis von Radio Vatikan zu folgender Bemerkung bewegte:  "Jetzt wissen wir endlich, was der Papst während seiner „Sommerferien“ gemacht hat: Er hat, u.a., eine Botschaft zum nächsten Weltjugendtag geschrieben, der 2016 in Krakau stattfindet." Denn das Schreiben trägt das Datum 15. August und wurde am Montag, den 28. September vom Vatikan veröffentlicht.