Papst Franziskus hat zu einer energischen Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung aufgerufen. Die Vereinbarung dürfe kein bloßes Regelwerk bleiben und nicht zulasten der Menschenwürde gehen, betonte er in einer Botschaft vom Freitag zum Welternährungstag (16. Oktober).
Man müsse die Anstrengungen vervielfachen, um die Menschheit vom Hunger zu befreien. Dies sei ein "ehrgeiziges, aber auch unverschiebbares Ziel", so der Papst in dem Schreiben an die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Mit Nachdruck verurteilte das Kirchenoberhaupt Wirtschaftsmodelle, die Ungleichheit verstärkten.
Es reiche nicht aus, sich nur bei Katastrophenfällen oder in Umweltkrisen um die Armen und Hungernden zu kümmern, betonte der Papst in seiner Botschaft an die FAO, die am Welternährungstag ihr 70-jähriges Bestehen begeht. Die Solidarität mit den Menschen müsse sich in konkreten Gesten äußern - nicht nur in einem besseren Management sozialer und wirtschaftlicher Krisen. Oft blieben die Menschen stumm und gelähmt in Situationen, die nicht unbedingt nur an wirtschaftliche Phänomene gebunden seien. Denn Ungleichheit sei immer häufiger auch Resultat einer Kultur, die Personen wegwerfe und aus dem sozialen Leben ausschließe.
Ganz besondere Unterstützung brauchten Menschen, die ihr Land aufgrund von Krieg, Dürre oder Klimawandel verlassen hätten, mahnte der Papst. "Es sind Personen und nicht Nummern, und sie brauchen unsere Hilfe", schrieb Franziskus. Dies verlange von den Regierungen und internationalen Institution, unverzüglich zu handeln und alles Mögliche zu tun.