Stolz, das ist für mich die tiefe innere Zufriedenheit mit einer Leistung. Stolz bin ich dann, wenn ich ein gestecktes Ziel erreicht habe.
Voraussetzung ist also der Weg zum Ziel: das Erbringen einer Leistung, die mir unter Umständen nicht leicht gefallen ist, zu der ich mich überwinden musste.
Stolz, das ist das Gefühl hinter dem Eigenlob. Und dieses ist wiederum die Voraussetzung für ein gutes Selbstwertgefühl. Eltern sollten Kindern also hier durchaus mit gutem Beispiel vorangehen und sich auch selbst loben – für ein gutes Essen, den Wochenputz oder den Besuch bei einer anstrengenden Tante. Es dürfen also durchaus alltägliche Taten sein.
Natürlich brauchen wir für ein gutes Selbstwertgefühl die Anerkennung anderer, doch ebenso wichtig ist hier der anerkennende „Blick in den Spiegel“.
Damit der Stolz nicht zu Hochmut – also einer der Hauptsünden - ausartet, braucht es auch das Grundgefühl der Dankbarkeit.
Der Neurobiologe Gerald Hüther formuliert zwei menschliche Gundbedürfnisse: Wachstum und Bindung.
Das Wachstum wird durch Eigenlob, durch das Erreichen immer neuer Ziele genährt.
Bindung erlebe ich durch einen dankbaren Blick auf nährende Begegnungen oder schöne Erlebnisse, die mir geschenkt werden, die mir in den Schoß fallen.
Das kann die hilfreiche Hand eines Mitschülers beim Erledigen einer mühsamen Aufgabe sein, es kann aber auch einfach das Erleben eines Sonnenaufgangs, das Betrachten einer Blume sein.
Mit dieser Achtsamkeit für die kleinen „Perlenerlebnisse“ im Alltag nähre ich meinen Speicher der Dankbarkeit – und damit wird der Stolz auf ein gesundes Maß reduziert.