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11.05.2016

„Aufruf zur Mission“

„Gemeinschaft vom Lamm“ - Betteln im Vertrauen auf die Vorsehung Gottes.

 

Vom Himmel her sieht der Herr die Früchte“, sagt Sr. Benoîte von der „Gemeinschaft vom Lamm“ anlässlich des 20-jährigen Wirkens der Gemeinschaft in der Erzdiözese Wien.

 

Die Schwester ist seit der Gründung der Wiener Niederlassung am 10. Mai 1996 mit dabei.  „Viele Menschen haben uns in diesen Jahren geholfen, auch durch ihr Gebet“, sagt sie.

 

Die Ordensfrau sieht, dass der Gemeinschaft in Wien eine „geistliche Familie“ mit allen Lebenständen und Altersstufen  geschenkt ist: engagierte Laien und Freunde.


Für Sr. Petra steht im Rückblick das Wirken der Gnade Gottes im Vordergrund: „Wir sind eigentlich auf Dauer auf Mission, und doch haben wir jetzt ein kleines Kloster in der Brigittenau, und unsere Gemeinschaft wächst.“

Wir säen, andere ernten

Für Br. Pierre ist es wichtig, „da zu sein im Gebet im Herzen der Stadt“: „Ein Leben, ganz auf Gott ausgerichtet, ein Leben ganz für Gott, das ist möglich“.

 

Br. Jean-Baptiste sieht vor allem den „Aufruf zur Mission“: „Wir säen, sehen aber nicht, was Frucht bringen wird.“

 

Sr. Benoîte: „Wir sind wie die Schafe unter die Wölfe gesandt (vgl. Mt 10,16), um ein Zeugnis von der Sanftmut Christi zu geben.“

 

Für Sr. Ancilla ist besonders „die Sonntagsmesse mit Menschen aus verschiedenen Ländern und Schichten eine große Freude“. Die Gemeinschaft wolle „eine Brücke sein zwischen Arm und Reich“.


Das Charisma der jungen Gemeinschaft, die zur großen dominikanischen Familie gehört, erläutert Sr. Petra so: „Auch wenn ich verletzt bin, werde ich nicht aufhören zu lieben.“

 

„Er (Jesus Christus) hat in seiner Person die Feindschaft getötet“ (Eph 2,16), ergänzt Br. Jean-Baptiste: „Das Betteln ist eine Folge aus diesem biblischen Wort, denn die Liebe macht immer verwundbar.“


Im Wiener „Gründungs-Brief“ vom 6. Juni 1996, damals Fronleichnam, schrieb Kardinal Christoph Schönborn: „Durch eure Suche nach dem täglichen Brot bei den Armen sollt ihr Christus in die Häuser Wiens tragen und zu Bettler der Liebe Jesu werden bei denen, die seine Brüder sind.“

 

Und: „Seid Zeugen für die Liebe des Bischofs bei den Armen, um auch beim Bischof Zeugen zu sein für die Liebe der Armen.“

Leben von der Vorsehung

„Wir leben von der Vorsehung Gottes“, unterstreicht Sr. Petra: „Wir gehen keiner geregelten Arbeit nach und verdienen kein Geld.

 

Unser ganzes Leben ist Gottesdienst. Es ist getragen von Gebet, von der Eucharistie, den Offizien und den vierstimmig gesungenen Vigilien in der Nacht.“

 

„Uns prägt die Liebe zum Wort Gottes“, unterstreicht auch Br. Jean-Baptiste: „Die geistliche Tradition nennt dies das Kauen des Wortes Gottes.“


Br. Pierre umschreibt dieses Vertrauen auf die göttliche Vorsehung so: „Wenn wir an die Tür klopfen, wissen wir nicht, was wir bekommen und was wir essen werden.

 

Manchmal werden wir auch von muslimischen Familien herzlich aufgenommen. Wir leben in der Nähe von Armen und treffen viele Arme, zu denen wir ein besonderes Vertrauensverhältnis haben.“ „Gott kümmert sich einfach ums uns“, sagt Sr. Helene.


Vier Brüder und sechs Schwestern leben zur Zeit in Wien, in der Nähe des Islamischen Zentrums. „Beim Tag der offenen Tür waren wir dort“, sagt Sr. Ancilla:

 

„Viele Muslime haben Respekt vor der gelebten religiösen Überzeugung“, schildert sie ihre Erfahrungen: „Und manche muslimische Geschäfte geben uns Lebensmitteln“.

 

„Bei allen (Christen, Juden, Muslimen, Buddhisten, Atheisten…) dürfen wir als Bettler insofern für Christus Zeugnis ablegen, als Christus an die Tür unseres Herzens klopft und um unsere Liebe bettelt.“


Die Gemeinschaft lädt besonders zur Anbetung ein (bis Ende Juni): Freitags von 13 bis 18 Uhr bei den Schwestern (Dammstraße 20), samstags von 13 bis 18 Uhr bei den Brüdern (Dammstraße 10).