„Himmel, Herrgott, Sakrament“: Nein, das ist kein Fluch im bayerischen Dialekt, sondern das ist die Aneinanderreihung dessen, was dem Münchener Pfarrer Rainer M. Schießler von Kindesbeinen an Kirche bedeutet.
„Ich bin ein so glücklicher Mensch, denn man hat mir Kirche als Himmel angeboten“, schreibt er in seinem Buch „Himmel, Herrgott, Sakrament. Auftreten statt austreten“ (Kösel-Verlag), seit Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.
Der „Herrgott“ ist für ihn ein Liebhaber des Lebens, bei den Sakramenten würden Himmel und Herrgott spürbar.
Schießler lebt in seinen beiden Münchener Pfarren „Sankt Maximilian“ und „Heilig Geist“ das Wort von Papst Franziskus: „Geht an die Ränder.“
Seine Pfarre hat die höchste Zahl an Kircheneintritten deutschlandweit. Zwischen 40 und 60 Menschen treten jährlich neu ein. Und doch auch treten 120 gleichzeitig aus.
Das Leben kennengelernt hat Schießler in seiner Zeit als Priesterseminarist, als er gleichzeitig als Taxifahrer nachts unterwegs war.
Er arbeitete auch jahrelang beim Münchener Oktoberfest in einem Zelt als Bedienung und spendete das verdiente Geld für einen wohltätigen Zweck. Dass seine jährliche „Viecherl“-Messe Tierfreunde aus ganz München nach Sankt Maximilian bringt, ist kein Wunder.
Was Schießler als Diakon und Kaplan bei seinen damaligen Pfarrern gelernt hat, prägt seine Seelsorge bis heute: „Sakramente musst du spüren“. Und: „Du musst die Menschen mögen.“
Schießler entspricht den jüngsten päpstlichen Wünschen im Hinblick auf das Priester-Sein: „Ich lebe 24 Stunden im Direktkontakt mit den Gläubigen. Bin immer erreichbar.“