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18.10.2016

Nach Jahrzehnten wieder Weihe eines Diakons aus dem Piaristenorden

Fr. John Bosco Joseph SP zum Diakon geweiht.

Seit 2011 besteht im Wiener Piaristenkollegium Maria Treu ein internationales Klerikat der Piaristen.

 

Zu diesem gehören derzeit 6 indische Piaristenkleriker und ein aus Deutschland stammender Kleriker. 4 der indischen Piaristen haben bereits in den letzten beiden Jahren die Ewige Profess in die Hände des P. General der Piaristen in Wien abgelegt.

 

Alle studieren Theologie an der philosophisch - theologischen Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz.

 

Der in Kerala, Indien, geborene John Bosco Joseph trat 2001 nach der Matura in den Piaristenorden ein.

 

Er absolvierte ein Bachelorstudium der Englischen Literatur, das Noviziat bei den Piaristen in Cebu auf den Philippinen, begann ein Bachelorstudium der Philosophie und kam 2011 nach Wien.

 

2015 legte Fr. John Bosco SP die Ewige Profess ab und wurde nun als erster der Mitglieder des internationalen Klerikats zum Diakon geweiht.

 

Da Bischof Ponnumuthan sehr gut Deutsch spricht, konnte die Hl. Messe und die Weiheliturgie in deutscher Sprache gehalten werden.

 

Der Bischof betonte in seiner Predigt, dass Berufung ein Geschenk Gottes sei und setzte fort:

 

„Wir alle wissen, dass keiner ein Jünger Christi werden kann, der nicht in besonderer Weise berufen wird. Und alle sind in einer gewissen Weise berufen.

 

Aber ein Priester zu werden, ist nicht die Sache unserer Talente, sondern es braucht einen besonderen und persönlichen Ruf von Gott.

 

Bruder John Bosco hat den Mut, den Ruf Gottes zu akzeptieren. Und er ist sich dieses Rufs innerhalb des Aufrufs bewusst.

 

Darum hat er sich schon durch seine Ewige Profess dem Herrn verbunden in seinem religiösen Leben.

 

Nun wird er zum heiligen Diakon geweiht und später zum Priester.“

 

 

Joseph Calasanz (1557 - 1648) -  Ordensgründung 1617

 

Nach seiner Priesterweihe am 17. Dezember 1583 in Seu d' Urgell (Nordspanien) war Calasanz mit verantwortungsvollen Aufgaben betraut, u. a. war er Gene­ralvikar, damit Stellvertreter des Bi­schofs Andrés Capilla von Urgell.

 

1592 ging er mit 34 Jahren nach Rom und strebte einen sicheren kirchlichen Posten, ein Kanonikat, und damit auch eine bessere wirtschaftliche Position an.

 

 

Als ihm 1601 vom spanischen Botschafter das endgültige Angebot für das Kanonikat überbracht wurde, antwortete Calasanz, er habe schon die Weise, um Gott zu dienen, in den Kindern gefunden. In der Tat hat er Gott in der Armut gefunden.

 

In Rom erkannte er als die Aufgabe seines Lebens die Erzie­hung und Bildung der Kinder, be­sonders der vernachlässigten und verwahr­losten aus der Schicht der „Un­terprivile­gierten", zu „Pietati et Lit­teris“, „Frömmigkeit und Wissenschaft" (Wahlspruch Joseph Calasanz´, heute auch als Wahlspruch des Ordens gesehen), das heißt - in unsere heutige Sprache über­setzt - zu einem Leben aus Glauben und Weltver­antwor­tung, die Verbindung von Evangelisierung und menschlicher Förderung durch das Unterrichtswesen.

 

1597 errichtete Calasanz in Trastevere, dem Armen­viertel Roms, in der Pfarre St. Dorothea mit Unterstützung der Pfarrgeistlichkeit eine Schule, die allen Kindern un­entgelt­lich offenstand.

 

Es war dies die erste derartige Schule der Welt. Seine zukunftwei­sende Idee einer Volksschule für alle wurde von den Päpsten gefördert, erregte aber auch Neid und Wider­stand.

 

Da andere Versuche scheiterten, die Lehrer für die Schulen zu sichern, schlossen sich die Priester um Calasanz zu einer Gemeinschaft zusammen.

 

Mit einem apostolischen Breve vom 4. März 1617 erhob Papst Paul V. die Gemeinschaft um Calasanz zu einer Kongregation, deren Mitglieder sich durch Gelübde zu den drei evangelischen Räten (Armut, Gehorsam, Ehelosigkeit) und zum unentgeltlichen Jugendunterricht verpflichteten.

 

Der Zusammenschluss wurde nach dem Papst „Paulinische Kongregation der Armen der Mutter Gottes von den Frommen Schulen“ genannt. Am 25. März bekamen Calasanz, ein weiterer Priester, 6 Kleriker und 7 Brüder das Ordenskleid.

 

Calasanz starb am 25. August 1648. Sein Leib ruht im Hochaltar von San Pantaleo in Rom, dem Mutterhaus der Piaristen.

 

Die Kirche begeht das Fest des am 18. August 1748 (also 100 Jahre nach seinem Tod) von Papst Benedikt XIV. selig gesprochenen und am 16. Juli 1767 durch Papst Clemens XIII. heiliggesproche­nen Ordensgrün­ders, der wegen vieler erlittener An­feindun­gen und Schicksalsschläge „Job (Hiob) des Neuen Bun­des" genannt wurde, am 25. August.

 

Anlässlich des 300. Todestages 1948 hat ihn Papst Pius XII. zum himmli­schen Patron aller christlichen Volksschulen der Welt er­wählt.

 

Der Piaristenorden

 

Der Name Piaristen stammt aus der latei­nischen Bezeich­nung "Ordo Clericorum Regularum Paupe­rum Matris Die Scholarum Piarum" (Orden der regulierten armen Kleriker der Muttergottes der frommen Schulen), abgekürzt SP.

 

 

Zusätzlich zu den Gelübden der Armut, der ehelosen Keuschheit und des Gehorsams legen die Piaristen auch das Ge­lübde der Jugenderziehung und -unterrichtung ab.

 

Als Priesterorden ist er der Einzige, der als solcher von seinem Auftrag her auf das Apostolat durch die Schule ausgerich­tet ist.

 

Es ist ihm in seiner Erziehungsaufgabe in Schu­len, Internaten und Hei­men, aber auch in der pfarrlichen und außerpfarrlichen Seelsorge, ein besonderes Anliegen, dass die Werte der menschli­chen Kultur vom Geist des Evangeliums durch­drungen werden und so die Heiligung der Welt voll­zo­gen wird.

 

Der zweite Ordensheilige Pompilius Maria Pirotti vom heiligen Nikolaus (1710 – 1766) z. B. war nach seinem Schuldienst vor allem als Volksmissionar in Süd- und Mittelitalien tätig; Pirotti wurde 1890 von Papst Leo XIII. seliggesprochen; die Heiligsprechung erfolgte 1934 durch Papst Pius XI.

 

In unserem Jahrhundert haben die Pia­risten ihr Arbeitsfeld bereits auf alle Erdteile (außer Aust­ra­lien) aus­gedehnt.

 

Zehn Ordensge­meinschaften, aus dem Geist des hl. Jo­seph Cala­sanz entstanden, haben sich im Laufe der Zeit ihrem Wirken ange­schlossen, so z. B. die 1889 in Wien gegrün­dete „Kongregation für die christlichen Arbeiter vom heiligen Joseph Calasanz", die Kalasantiner.

 

In Österreich ist der Piaristenorden in Wien in Maria Treu (Kollegium eröffnet 1700; Pfar­re gegründet 1719 als erste und älteste bestehende Piaristenpfarre der Welt; Volksschule, Kindergarten) und „St.Thekla" (Kollegium 1755, Pfarre 1938, Volksschule) in Krems (gegründet 1749 in St. Pölten, dann nach Krems verlegt) und in Horn (gegründet 1657) tätig.

 

In Indien, der Heimat des neuen Diakons, führt der Orden zwei Ausbildungseinrichtungen mit Kindergarten, Volkschule und mittlerer Schule, sowie fünf Priesterseminare.

 

Des Weiteren besteht eine dem heiligsten Herzen Jesu geweihte Kirche mit einem Calasanz-Ashram und daran angeschlossen eine weitere Schule mit Internat.