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04.11.2016

12 Früchte des Heiligen Geistes: Die Frucht der Liebe

Als erste der 12 Früchte des Heiligen Geistes wird die Liebe genannt. Was ist damit jedoch gemeint?

Als erste der 12 Früchte des Heiligen Geistes wird die Liebe genannt. Was ist damit jedoch gemeint?

 

Facetten der Liebe

Liebe ist ein Begriff der sehr viele Facetten hat. Oft gebrauchen wir das Wort in unserem alltäglichen Sprachgebrauch ganz nebenbei. So lieben wir diese Eissorte oder jenes Buch. Was Liebe aber eigentlich meint ist damit nicht ausgesagt.

 

Im griechischen „Originaltext“ des Galaterbriefs steht an dieser Stelle das Wort Agape (ἀγάπη). Schon in diesem Wort kommt zum Ausdruck, dass es sich bei der Frucht der Liebe nicht um Selbstliebe handelt kann, sondern, dass es um eine Beziehung geht. Eine Beziehung zu Gott und zu anderen Menschen. Wegweisend sind hier sicherlich die Worte aus dem Ersten Johannesbrief: „Gott ist die Liebe, und wer  in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm“ (1Joh 4,16b)

 

Ein Schriftgelehrter fragte einst Jesu, welches Gebot das Wichtigste oder Erste von allen ist. Darauf hat Jesus im folgendes geantwortet: „Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.“ (Mk 12,29-31)

 

Wen sollen wir lieben?

Das wichtigste Gebot für eine Christin/ einen Christen ist daher ein Zweiteiliges: Gott und die/den Nächste(n) zu lieben. Man kann dies, wie Benedikt XVI in seiner Enzyklika Deus Caritas est ausführt, so verstehen, dass die Nächstenliebe uns die Möglichkeit gibt im Anderen Gott zu begegnen. Das heißt aber auch, dass wenn wir uns von unseren Nächsten abwenden, wir uns auch von Gott abwenden.

 

Wer aber ist meine Nächste, mein Nächster? Jesus hat uns auf diese Frage in einem Gleichnis geantwortet: „Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halb tot liegen. Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging weiter. Auch ein Levit kam zu der Stelle; er sah ihn und ging weiter.  Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah, hatte er Mitleid, ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn. Am andern Morgen holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. Was meinst du: Wer von diesen dreien hat sich als der Nächste dessen erwiesen, der von den Räubern überfallen wurde?“ (Lk 10, 29-27)

 

Gott begegnen

Liebe meint also im anderen Gott begegnen, unabhängig der Herkunft, des Alters oder des Geschlechts. Ganz besonders gilt dies auch für die Liebe zweier Menschen zueinander. Papst Franziskus hat dies in seinem Apostolischen Schreiben Amoris laetitia zum Ausdruck gebracht:

 

„Die Ehe ist das Bild der Liebe Gottes zu uns. Denn auch Gott ist Gemeinschaft: Die drei Personen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes leben seit jeher und für immer in vollkommener Einheit. Und eben das ist das Geheimnis der Ehe: Gott macht aus den beiden Eheleuten eine einzige Existenz. “ (AL 121)

 

Zum Weiterdenken:

Der Heilige Thomas von Aquin (ca.1225 bis 1274) hat in seinem großen Werk der Summa Theologiae zum Ausdruck gebracht, dass es notwendig ist einen Glauben zu haben, wo die Liebe wirksam ist: „Das Hauptelement des neuen Gesetztes ist die Gnade des Heiligen Geistes, die deutlich wird durch den Glauben, der durch die Liebe handelt.“ (Thomas von Aquin, Summa Theologiae I-II, q.108, a. 1.) Darum sieht er auch hinsichtlich des Handelns, die Barmherzigkeit als die größte aller Tugenden an.

 

Für die Firmvorbereitung bieten sich gerade die leiblichen Werke der Barmherzigkeit an, um in einzelnen Sozialprojekten den Jugendlichen das Doppelgebot von Gottes-und Nächstenliebe näherzubringen.