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25.11.2016

Gelebte Barmherzigkeit: „Man kann ihnen schwer mit Gott kommen“

Adriano Eckert hilft im Wohnheim für Haftentlassene in Wien-Mariahilf.

 

Adriano Eckert geht oft in den Gottesdienst bei den Wiener Mutter Teresa-Schwestern. „Danach hat mich einmal Weihbischof Franz Scharl gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, im Wohnheim für Haftentlassene in Mariahilf mitzuhelfen“.

 

Eckert sagt zu und nimmt gleich „viel Liebe und Freundlichkeit“ wahr, obwohl die Bewohner einen Gefängnisaufenthalt hinter sich haben. Hier wird ihnen bei ersten Schritten in die Resozialisierung mit einem Wohnplatz geholfen.

 

Adriano Eckert hilft mit, zum Beispiel beim Ausräumen. Kürzlich musste ein Bewohner plötzlich wieder ins Gefängnis, dann hieß es schnell das Zimmer zu räumen und die Sachen zu verstauen.

 

Eckert stellt ihnen nicht viele Fragen zur Vergangenheit. Die Gegenwart ist wichtig. Er versucht freundlich zu sein, eine Kommunikationsebene zu schaffen, das ist manchmal auch eine Herausforderung. „Es sind Menschen, die ein Schicksal erleiden, man kann ihnen schwer mit Gott kommen“, weiß Eckert aus Erfahrung. Daher versucht er mit „Liebe, Güte und Barmherzigkeit“ mit ihnen umzugehen.

 

Hilfreich ist für den gebürtigen Rumänen, der zum katholischen Glauben konvertiert ist, die Sozialethik Johannes Messners, der in seinen Werken immer die Würde des Menschen unterstrichen hat.

 

Eckert beschäftigt besonders, dass manchen Bewohnern die Abschiebung droht. „Es ist nicht ein fiktiver Fall, sondern es steht ein Mensch vor einem mit Gefühlen, Familie, Leid und Problemen.

 

Manchmal gehe es auch nur ums Zuhören,“ so Adriano Eckert. Er fühlt sich von jenen, den er hilft, beschenkt.