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kathbild.at/Rupprecht / Die Kommunion wird bei den Orthodoxen so gespendet, dass das in den Kelch mit Wein versenkte Brot mittels eines Löffels in den Mund ausgeteilt wird;
18.07.2017

Herausforderungen in der Ökumene: FEIER DER SAKRAMENTE

  • Was ist ein Sakrament, und wie viele gibt es?

 

  • Inwiefern ist Jesus Christus das Ursakrament?
  • Wie viele Sakramente gibt es?
  • Was bedeutet sakramentales Leben?
  • Wie werden die Sakramente gefeiert?

Was ist ein Sakrament?

 

Altorientalen

In der koptisch-orthodoxen Kirche sind die Sakramente Mysterien oder himmlische Gaben, die nur von Bischöfen und Priestern gespendet werden dürfen.
Durch die Bibel, durch Erklärungen der Kirchenväter sind die Macht und die Wirkung dieser heiligen Mysterien erwiesen worden.

 

Orthodoxe

Das griechische Wort mysterion ist nicht gleichbedeutend mit dem lateinischen Wort sacramentum.
Mysterium betont das Ereignishafte, Feierliche, das durch die Gnade Gottes unter Mitwirkung des Menschen erreichte Heil.
Die Sakramente sind SINN-volle und NOT-wendige Vollzüge in konkreten Lebensphasen. Dabei stehen diese in enger Einheit mit dem Wort Gottes und der Ortskirche.

 

Katholiken

Im Zentrum steht der Begriff sacramentum (Eid, Pfand, Vertrag), mit einer auch juridischen und sachlichen Bedeutung.
Die Theologie spricht von Jesus Christus als dem Ursakrament und der Kirche als dem Wurzelsakrament aller Sakramente.
Es geht um das Heilshandeln Gottes und das freie „Ja“ des Menschen.
Neben dem Wort Gottes kommt der materiellen Gestalt (Wein, Wasser, Öl u. a.) große Bedeutung zu. Die Einsetzung durch Jesus Christus stellt einen gewissen Streitpunkt in der Ökumene dar.

 

Protestanten

Sakramente sind Zeichenhandlungen, die Gottes Liebe zu uns Menschen sichtbar und spürbar machen wollen. Sie werden durch begleitende Worte verdeutlicht.
In einigen der evangelischen Konfessionsfamilie zugehörigen Kirchen wird ausschließlich die Glaubenstaufe bzw. Erwachsenentaufe praktiziert, z. B. bei den Baptisten.

 

Anglikaner
Im Book of Common Prayer (Art 25–31) ist von Sakramenten als wirksamen Zeichen der Gnade und des göttlichen Wohlwollens gegenüber den Menschen die Rede.
Nach Überzeugung der Anglikaner sind nur zwei Sakramente im NT bezeugt.

 

Was lässt sich in einem Bild sagen?

Altorientalen

Koptische Kirche. Bei der Taufe ist Kind mit  einer liturgischen Mütze bekleidet.

Koptische Kirche. Bei der Taufe ist Kind mit einer liturgischen Mütze bekleidet. 

 

Orthodoxe

Die Kommunion wird bei den Orthodoxen so gespendet, dass das in den Kelch mit Wein versenkte Brot mittels eines Löffels in den Mund ausgeteilt wird;

Die Kommunion wird bei den Orthodoxen so gespendet, dass das in den Kelch mit Wein versenkte Brot mittels eines Löffels in den Mund ausgeteilt wird;

 

Katholiken

Priesterweihe im Stephansdom

 

Protestanten

Eine „Erwachsenentaufe“ bei den Baptisten.

 

Anglikaner

 

Wie viele Sakramente gibt es?
Wie heißen sie?

Altorientalen

Taufe, Eucharistie, Firmung, Ehe, Priesterweihe, Buße, Krankensalbung.

 

Orthodoxe

Taufe, Eucharistie, Firmung (Myronsalbung), Ehe, Priesterweihe, Buße, Krankensalbung.
Die Zahl der Sakramente ist kein göttliches Recht. Sie wurde so fixiert, könnte auch anders sein.

 

Katholiken

Taufe, Eucharistie, Firmung, Ehe, Priesterweihe, Buße, Krankensalbung.
Die Siebenzahl ist ein „Symbol der Vollständigkeit des sakramentalen Lebens der Kirche“.

 

Protestanten

Taufe und das heilige Abendmahl.
Nur diese beiden haben einen biblischen Auftrag. Bei Luther zum Teil auch die Beichte. Offene Diskussion über das Verhältnis von Eucharistie und Amt.

 

Anglikaner
Taufe und Herrenmahl.

 

Wie werden die Sakramente gefeiert?

Altorientalen

Viele Ähnlichkeiten im Vollzug der Sakramente mit den Orthodoxen und umgekehrt.
Priesterweihe: Es gibt keine notwendige Zölibatsverpflichtung.
Bei den Kopten wird das geistliche Amt in folgende Stufen eingeteilt:
Vorleser (Lektor), Subdiakon, Diakon, Archidiakon (Erzdiakon), Priester, Igumen (Abt) oder Komos, sowie den Patriarchen (Papst), in welchem die bischöfliche Würde eingeschlossen ist.

 

Orthodoxe

Taufe: Untertauchen des ganzen Körpers.
Firmung (auch Myron-/Chrisamsalbung) nach der Taufe an dutzenden Körperstellen.
Eucharistie: Am Tauftag wird zum ersten Mal das heilige Abendmahl empfangen.
Ehe: Das Sakrament der Ehe wird durch Bischöfe und Priester gespendet. Bräutigam und Braut werden dadurch genauso eins, wie Jesus Christus und die Kirche eins sind.
Priesterweihe: Durch die Handauflegung eines Bischofs.
Buße: Beichte vor einem Priester.
Krankensalbung: Heilung für Körper und Seele.

 

Katholiken

Taufe: Üblich als Kindertaufe.
Eucharistie: Erstkommunion nach einer Vorbereitung mit ca. 7 Jahren.
Firmung: Abschluss der Eingliederung in die Kirche; meist im Jugendalter.
Ehe: Unauflöslichkeit, Einheit zwischen Mann und Frau.
Priesterweihe: Nach der Diakonatsweihe mit Zölibatsverpflichtung.
Buße: Als Beichte vor einem Priester.
Krankensalbung: Sakrament der Heilung.

 

Protestanten

Taufe: Da Glauben immer beides ist – sowohl Gabe als auch persönliche Aneignung und Entscheidung –, praktizieren die allermeisten christlichen Kirchen sowohl die Säuglings- als auch die Mündigentaufe.
Bei ersterer gibt es ebenfalls Taufpaten, die bis zur Konfirmation ihre Aufgabe ausüben.
Abendmahl: Unter beiderlei Gestalten als Erinnerungs- bzw. Gedächtnismahl.
Manchmal wird der Sonntagsgottesdienst auch ohne Abendmahl gefeiert.
Diskussionsbedarf gibt es im Hinblick auf die Präsenz Jesu in Brot und Wein bzw. bezüglich „Interkommunion“.

 

Anglikaner

Taufe: mit Wasser und im Namen der Trinität, als Eintrittsritus in die christliche Kirche.
Herrenmahl: In der Darbietung von Gebet und Lob werden Leben, Tod, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi zu einer gegenwärtigen Präsenz durch die Verkündigung des Wortes und die Feier des Sakraments.

 

 

Was sind Sakramentalien?

Gibt es andere rituelle (sakramentale) Handlungen?

Altorientalen

Die Abgrenzung zwischen Sakramenten und Sakramentalien ist nicht so deutlich wie etwa in der katholischen Kirche. Siehe Orthodoxe.

 

Orthodoxe

Aussegnung (Begräbnis)
Wasserweihe
Segnungen
Fußwaschung.

 

Katholiken

Neben den sieben Sakramenten kennt die katholische Kirche Sakramentalien, mit denen entweder der Alltag geheiligt werden soll (z. B. Begräbnis, Kindersegnung, Weihwasser, Kreuzzeichen, Speisensegnung), besondere Tage gekennzeichnet sind (Aschenkreuz, Fußwaschung, Blasiussegen) oder Personen, Orte oder Gegenstände besonders in den Dienst der Kirche genommen werden (z. B. Abtweihe, Jungfrauenweihe, Altarweihe).

 

Protestanten

Bußfeier
Konfirmation
Fußwaschung

 

Anglikaner

Sakramentale Riten wie Konfirmation,
Versöhnung, Ehe, Krankensalbung
und Ordination.