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04.11.2018

Höre! Erkenne! Liebe! (Mk 12,28b-34)

Gregor Jansen: Evangeliumsauslegung zum 31. Sonntag im Jahreskreis (4.11.2018)

 

Das Wort zur Schrift - meine Gedanken zum Evangelium

vom 31. Sonntag im Jahreskreis; Markus 12,28b-34

 

 

Christsein ist eine Berufung mit Herz und Hand, Kopf und Fuß, sie umfasst den ganzen Menschen „mit Haut und Haar“.

 

Am Anfang stehen Hören und Erkennen, diese führen zum Handeln: Zur Antwort, zum Tun des Richtigen, zum Gehen auf dem Weg des Friedens. Das wird immer besonders deutlich, wenn erwachsene Taufbewerber als Katechumenen aufgenommen werden.

 

So habe ich es am letzten Sonntag wieder in meiner Pfarre erlebt: eine junge Frau, die sich seit März in unserer Pfarre auf den Empfang der Taufe vorbereitet, wurde feierlich als Taufbewerberin aufgenommen.

 

Dabei wurde ihr die Heilige Schrift und ein Kreuz überreicht. Davor bezeichnete ich „die Sinne und Glieder“ mit dem Kreuz.

 

Dieses Zeichen, das bei der Kindertaufe nur auf die Stirn beschränkt ist, geschieht bei erwachsenen Taufbewerbern ausführlicher:

  • „Empfange das Kreuz, das Zeichen seiner Liebe, auf deiner Stirn. Christus selbst beschütze und stärke dich in seiner Nachfolge.
  • Empfange das Zeichen des Kreuzes auf deine Ohren, damit du das Wort des Herrn bereitwillig hörst;
  • auf deine Augen, damit du die Herrlichkeit Gottes erkennst;
  • auf deine Brust, damit Christus durch den Glauben in deinem Herzen wohnt;
  • auf deinen Mund, damit du auf das Wort Gottes Antwort gibst;
  • auf deine Hände, damit du Gottes Wort in die Tat umsetzt;
  • auf deine Schultern, damit du deine Lasten mit Christus tragen kannst; (und)
  • auf deine Füße, damit Gott deine Schritte auf den Weg des Friedens lenkt.“


Nachdem am vergangenen Sonntag das Sehen im Mittelpunkt des Evangeliums stand, ist es heute die Aufforderung „Höre!“ aus dem Buch Deuteronomium: „Höre, Israel! Der HERR, unser Gott, der HERR ist einzig. Darum sollst du den HERRN, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“

 

Die Liebe drängt nach Mitteilung: Das, was uns „auf das Herz geschrieben“ ist, soll den Kindern, dem ganzen Haus, ja sogar „auf der Straße“ ausgesprochen werden. Die Türen des Hauses und die Tore der Stadt sollen mit dem Zeugnis der Einzigartigkeit Gottes beschrieben sein (vgl. Dtn 6,6-9).


Das Erkennen der Gottesliebe führt zum Handeln, die Liebe zu Gott drängt zur Nächstenliebe – so sehr, dass Jesus beide Liebesgebote zu einem verbunden hat.

 

Wer sich von Gott geliebt erfährt, kann gar nicht anders, als diese Liebe zu teilen und weiterzugeben

 

 

Evangelium

nach Markus 12,28b-34

 

In jener Zeit
ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen?


Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.


Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.


Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm,und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer.


Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.

 

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